Zum Tod von Dietmar Schönherr: «Femme fatale» von Robert Junod

Dietmar Schönherr ist tot. Er ist auf Ibiza, wo er die letzten Jahre verbrachte, in der Nacht auf Freitag im Alter von 88 Jahren gestorben. Dietmar Schönherr bleibt in Erinnerung als Schauspieler, Regisseur, Moderator, Autor und «Friedensarbeiter» für eine bessere Welt.

Schauspieler Dietmar Schönherr in Köln bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2005.
Bildlegende: Schauspieler Dietmar Schönherr in Köln bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2005. Keystone

Dietmar Schönherr wurde am 17. Mai 1926 in Innsbruck geboren. 1938 übersiedelte die Familie nach Potsdam. Im UFA-Film «Junge Adler» stand er zum ersten Mal vor der Kamera. Aber dann kam der Krieg. Wie viele seiner Alterskollegen wurde auch Dietmar Schönherr als «Freiwilliger» eingezogen. Nach 11 Monaten desertierte er und geriet in Gefangenschaft.

Nach einem abgebrochenen Architekturstudium kehrte er endgültig zur Schauspielerei zurück, wenn auch über Umwege. Er arbeitete zuerst 5 Jahre als Sprecher, Schauspieler, Regisseur und Autor für den ORF, dann wechselte er zum WDR, war dort Hörspieldramaturg und Moderator.

Dietmar Schönherr spielte in unzähligen Filmen, stand auf den grossen Bühnen des deutschsprachigen Theaters, wurde aber vor allem als Moderator der Sendung «Wünsch Dir was» populär.

Schönherr war über 15 Jahre Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich und lebte zusammen mit seiner Frau Vivi Bach bis 2005 in Kaiserstuhl AG. Der adelige Sohn eines Berufssoldaten war zeitlebens ein politischer Mensch, der immer wieder aneckte. Unvergesslich bleibt sein Kampf gegen die Südamerikapolitik der USA, der ihn dazu führte, sich immer mehr für kulturpolitische und soziale Projekte in Nicaragua zu engagieren.

Zum Hörspiel:

Eine junge Witwe will wieder heiraten. Der Auserwählte ist ein Freund und Kollege ihres früheren Mannes, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Kurz vor der Hochzeit jedoch erscheint der Tote gesund und munter bei dem verblüfften Brautpaar.

Als er von den Zukunftsplänen der beiden erfährt, verspricht er für immer zu verschwinden, sofern er die inzwischen ausbezahlte Versicherungssumme oder - falls diese nicht mehr vorhanden ist - eine «Abfindung» von einer Million Francs bekommt. Eine Forderung, die für alle Beteiligten in dieser Dreiecksgeschichte nicht ohne Folgen bleibt.

Mit: Dietmar Schönherr (Philippe Mazeaud), Christiane Hörbiger (Jacqueline) Wolfgang Stendar (André Martineau), Erwin Ebenbauer (Inspektor Barbier), Jürgen Cziesla (Friedhofwärter)

Musik: Hans Moeckel - Regie: Robert Bichler - Produktion SRF 1980 - Dauer: 45'

Redaktion: Buschi Luginbühl