Brasilien - Der Kreuzzug der Gotteskinder

Brasilien - Der Kreuzzug der Gotteskinder

Adriana ist erst zehn Jahre alt, aber wenn sie predigt, hängen die Erwachsenen in Brasilien gebannt an ihren Lippen. Mit dem Mikrophon in der Hand redet sie wie eine kleine Erlöserin, wie ein Gotteskind, auserwählt vom Herrn. Diese neuen Gotteskinder sind die Ikonen, die Stars der Gläubigen.

Tief im Innern ist Adriana überzeugt davon, dass alleine ihre Erscheinung das Leben der Menschen vor ihr verändern kann.
Adriana lebt in der Stadt Sumaré im brasilianischen Bundesstaat São Paolo und ist erst zehn Jahre alt. Aber wenn sie predigt, hängen die Erwachsenen gebannt an ihren Lippen. Mit dem Mikrophon in der Hand redet sie wie eine kleine Erlöserin, wie ein Gotteskind, auserwählt vom Herrn.
In Sumaré haben die 230 000 Einwohnerinnen und Einwohner die Wahl zwischen vielen christlichen Kirchen. Wie in ganz Brasilien gewinnen die christlichen Kirchen mehr und mehr an Einfluss. Und im Mittelpunkt stehen die Kinder, die «reinen Seelen», sie ziehen die neuen Gläubigen an. Sie predigen mit Eifer, wecken neue Hoffnung in den Herzen der Armen und der Unglücklichen, und man sagt ihnen nach, sie hätten die Kraft, Krankheiten zu heilen. Diese neuen Gotteskinder sind die Ikonen, die Stars der Gläubigen.
Andere trauen es sich kaum auszusprechen, was sie davon halten: Für sie ist der ganze Kult um die Kinderprediger nichts weiter als eine unerträgliche Manipulation der Kinder und der Gläubigen. Vor drei Jahren zählte man in ganz Lateinamerika etwa 6000 Kinderprediger - in diesen Tagen hat man aufgehört zu zählen - es sind zu viele geworden.