Sendungsporträt

Der Haussegen der Underwoods hängt schief. Obwohl sich das Paar gemeinsam an die Spitze gekämpft hat, scheint nur Frank vom Erfolg zu profitieren. Claire verfolgt vermehrt eigene politische Ziele. Kevin Spacey und Robin Wright brillieren auch in der vierten Staffel als machtgieriges Ehepaar.

Die Ehe von Frank und Claire Underwood steht vor dem aus. Für Frank ist die Ehekrise ein Desaster, denn er steht im Wahlkampf für seine Wiederwahl als US-Präsident. Die Öffentlichkeit droht, vom schiefen Haussegen Wind zu bekommen, weil Claire ihren Ehemann nicht wie üblich zu den Wahlkampfveranstaltungen begleitet.

Lars Mikkelsen als Viktor Petrov, Kevin Spacey als Francis Underwood schütteln sich beim Staatsbesuch die Hände.

Bildlegende: Lars Mikkelsen als Viktor Petrov, Kevin Spacey als Francis Underwood schütteln sich beim Staatsbesuch die Hände. © SRF / Sony Pictures Television Inc.

Claire will nicht mehr nur die zweite Geige hinter den Kulissen spielen. Sie will selbst auf dem politischen Parkett tanzen und verfolgt nun ihre eigenen politischen Ambitionen. Als Frank sich gegen ihre Pläne wehrt, droht sie ihm damit, die Seiten zu wechseln.

Machtgier als Hauptinteresse

«House of Cards» nimmt das politische System der USA kritisch unter die Lupe. Anders als in vergleichbaren Serien ist die Hauptfigur Frank Underwood nicht ein einsamer Kämpfer, der das kaputte System wieder reparieren muss. Nein, er ist einer der Hauptgründe, weshalb die moderne Demokratie versagt. Er lässt sich ausschliesslich von Partikularinteressen – allen voran seiner eigenen Machtgier – leiten. Demokratische Grundprinzipien interessieren ihn nicht.

Er ist sogar stolz darauf, dass er es an die Spitze des Landes geschafft hat, ohne je eine Wahlstimme erhalten zu haben. Die nur scheinbar freien Medien manipuliert er, sein öffentliches Erscheinungsbild ist alles, was zählt. Damit rufen die Macher der Serie die politische Philosophie von Hannah Arendt in Erinnerung, die aussagt, dass die Politik schon seit der Antike nur aus dem theatralischen Äusseren der Politiker besteht.

Selbstdarsteller auf der grossen Bühne

Kevin Spacey als Francis Underwood in der Mitte hält eine Ansprache vor der Armee.

Bildlegende: Kevin Spacey als Francis Underwood (Mitte) hält eine Ansprache vor der Armee. © SRF / Sony Pictures Television Inc.

Die Politik ist einzig eine grosse, öffentliche Bühne. Das Thema des Theaters wird in «House of Cards» auf vielen Ebenen wiederholt. Am offensichtlichsten ist es erkennbar, wenn Frank immer wieder selber im Theater sitzt und über das Theater spricht. Doch auch das Markenzeichen der Serie, die direkten Ansprachen von Frank an den Zuschauer, verweisen auf das Theater.

Die Medien sind sensationslüstern, das Volk will einfache, populistische Antworten. Machthungrige Menschen wie Frank Underwood können diese Mechanismen skrupellos ausnutzen; so könnte die Gesellschaftskritik von «House of Cards» zusammengefasst werden. In Zeiten, in denen Personen wie Donald Trump die Präsidentschaft der USA an sich reissen können, ist diese Philosophie und Gesellschaftskritik aktueller denn je zuvor. Die Politik ist zur massenmedialen Unterhaltungsshow verkommen.

Sendeplatz

Ab dem 6. März 2017 immer montags um 23:45 Uhr auf SRF 1

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