Berner Sinfonieorchester: unvollendet - vollendet

Lässt sich Schuberts «Unvollendete» vollenden? Die Antwort lautet «ja»:

«Für ‹meinen› vierten Satz der Unvollendeten habe ich keine einzige Note verwendet, die nicht von Schubert ist», so Mario Venzago. «Stattdessen habe ich einfach die aus der gleichen Zeit stammenden und meiner Meinung nach den vierten Satz verkörpernden Zwischenaktmusiken aus ‹Rosamunde› neu gebündelt». Die so geschaffene «Vollendete» wird zur vollgültigen Symphonie. Dieser aussergewöhnlichen Schubert-Aufführung steht hier Mahlers «Todtenfeier» zur Seite, ein Werk, welches in dieser Form an die symphonischen Dichtungen Liszts erinnert. Mittendrin erklingt Prokofjews zweites Violinkonzert, dessen unsagbar schöner und kantabler Mittelsatz dem jungen Geiger Stefan Jackiw genügend Raum zur Entfaltung seines als aussergewöhnlich gesanglich gepriesenen Tones gibt.

 

Berner Sinfonieorchester
Stefan Jackiw, Violine
Leitung: Mario Venzago

Gustav Mahler: «Todtenfeier» c-Moll (Urfassung des 1. Satzes der späteren 2. Symphonie)
Sergei Prokofjew: Violinkonzert Nr. 2 g-Moll op. 63 
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 «Unvollendete» mit Scherzo (Newbould) und viertem Satz (Venzago)  

Konzert vom 29. November im Kulturcasino Bern