Camerata Zürich: Streichquartett solistisch

Das junge Quatuor van Kuijk aus Paris gibt sein Debut in der Zürcher Tonhalle. Ein ungewöhnliches Debut: nicht mit klassischen Streichquartetten, sondern als Soloformation in der Art der barocken «Concerti grossi» bei der Camerata Zürich.

Bestrickend wirkt es, wie die vier Solisten als kompakter Klang in Aulis Sallinens «Trois invitations au voyage» aus dem Gros des Orchesters hervorwachsen. Der expressive Mittelsatz bietet besonders dankbare Momente für die vier Nachwuchskünstler, die sich am Conservatoire in Paris kennengelernt und zum Quartett zusammengeschlossen haben. Nach internationalen Auszeichnungen, u.a. am renommierten Wettbewerb der Londoner Wigmore Hall 2015, wurde das Quartett bereits ans Davos Festival und nach New York eingeladen und hat seine ersten Konzerte in Australien gegeben.

Eine Rarität in den Konzertsälen Rückbesinnung auf die barocke Tradition kennzeichnet das Concerto Grosso Nr.2 des Genfers Ernest Bloch von 1952. In der Satzfolge lehnt sich Bloch an die Vorbilder von Corelli und Händel an, aber in der Tonsprache bleibt er dem expressionistischen Stil des frühen 20. Jahrhunderts verpflichtet. Konsequent in der Programmgestaltung, stilsicher und mit Verve musiziert die Camerata Zürich unter ihrem Konzertmeister Igor Karsko die Rahmen-Stücke des Abends: zwei meisterhafte Concerti grossi aus dem opus 6 von Georg Friedrich Händel.

Georg Friedrich Händel: Concerto Grosso G-Dur op. 6/1 HWV 319
Ernest Bloch: Concerto Grosso Nr. 2 für Streichquartett und Streichorchester
Aulis Sallinen: Trois invitations au voyage für Streichquartett und Streichorchester
Georg Friedrich Händel: Concerto Grosso B-Dur op. 6/7 HWV 325

Camerata Zürich
Quatuor van Kuijk
Igor Karsko, Leitung

Konzert vom 20. Mai 2017, Tonhalle Zürich

Redaktion: Valerio Benz