Für neugierige Ohren: Sinfonieorchester Biel Solothurn

Gleich drei Werke mit Überraschungspotential waren im Konzert des Sinfonieorchester Biel Solothurn zu erleben. Dass das nur etwas mehr als 10 Jahre alte Konzert für zwei Klaviere und Orchester des Ungaren Peter Eötvös für ungewohnte Erlebnisse sorgt, darf man fast erwarten.

Symbol auf Orange
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Eötvös hat ein Werk, das ursprünglich für Soloklavier und Computer-Keyboard konzipiert war, für zwei (analoge) Klaviere umgeschrieben und fordert so von den Solisten, in diesem Konzert das Schweizer Klavierduo Soós-Haag, fast übermenschliche Koordinationsfähigkeiten. Das Konzert von Eötvös, das auch an die Musik von Béla Bartok anknüpft, entwickelt eine hohe kinetische Energie.
Für neugierige Ohren sind auch die beiden Werke, die dieses Klavierkonzert umrahmen: Eine Ouvertüre von Anton Reicha, die nicht ausgewogen-klassisch auftritt, sondern höchst originell: Im durchgehenden 5/8-Takt geschrieben und gespickt mit harmonischen und klanglichen Eigenheiten.
Und ein Werk eines originellen Innovators per se steht auch am Schluss dieses Konzertes: Joseph Haydns «Londoner» Sinfonie Nr. 99, «eines der grössten Kunstwerke, das wir je erlebt haben» wie ein Londoner Chronist bei der Uraufführung anmerkte.

Anton Reicha: Ouvertüre D-Dur
Péter Eötvös: Konzert für zwei Klaviere und Orchester
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 99 Es-Dur Hob 1:99

Sinfonieorchester Biel Solothurn
Zsolt Nagy, Leitung
Klavierduo Ivo Haag & Adrienne Soós

Konzert vom 20. Februar 2019, Kongresshaus Biel

Dieses Konzert steht bis 7 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Norbert Graf