In Erinnerung an einen grossen Musiker: Pierre Boulez dirigiert

«So etwas habe ich mir schon immer gewünscht»: Das sei die Antwort gewesen, als er vom Lucerne Festival eingeladen worden sei, die Lucerne Festival Academy zu gründen.

Pierre Boulez, 2010.
Bildlegende: Pierre Boulez, 2010. Imago/Kai Bienert

Seit 2004 kommen in Luzern während des Sommers nun hochbegabte Musikstudierende zusammen, um zusammen mit Pierre Boulez (bzw. nun mit dem Nachfolger Wolfgang Rihm) die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts einzustudieren. Also mit einem der besten Kenner dieser Kunst überhaupt.

Doch Boulez hat mit «seiner» Academy nicht nur allerneuste Musik einstudiert, sondern auch die modernen Klassiker gepflegt: In diesem Konzert von 2009 eines der Stücke von Debussy, das für Boulez selber einmal ein kompositorisches Aha-Erlebnis gewesen ist, dann die eindrückliche «Sinfonia» seines Weggenossen Luciano Berio und von ihm selbst einige der «Notations»: Diese kurzen, sehr spontan wirkenden Stücke, die Boulez als junger Mann für Klavier schrieb, später dann aufs Orchester übertrug, als «Orchestrationsübung» (wie er später einmal erklärte), weil er begonnen hatte zu dirigieren.

Claude Debussy: Jeux
Pierre Boulez: Notations Nr. I-IV, VII
Luciano Berio: Sinfonia

Lucerne Festival Academy Orchestra
Sänger der Lucerne Festival Academy
Pierre Boulez, Leitung

Konzert vom 10. September 2009, KKL Luzern
(Lucerne Festival im Sommer)

Redaktion: Norbert Graf