In Erinnerung an Nikolaus Harnoncourt: an der Styriarte 2015

Für den Weg hoch zum Dirigentenpult benötigte Nikolaus Harnoncourt zwar zwei Stöcke, doch bei der Musik war seine Energie ungebrochen.

Ein älterer Herr mit mittellangem Haar am Dirigieren.
Bildlegende: Bei der Musik war Nikolaus Harnoncourts Energie ungebrochen. Keystone

Und so musizierte Nikolaus Harnoncourt zusammen mit seinem Concentus musicus noch an der letztjährigen Styriarte, bei seinem eigenen Festival, mit einer Energie und einem Schwung, der eine «überwältigende Sternstunde» entstehen liess. Ludwig van Beethovens geistig-humanistisches Hauptwerk, die monumentale Missa solemnis, klingt bei Harnoncourt wie zu erwarten etwas anders als sonst. Mit nur 48 Mitspielenden ist sein Orchester überraschend klein besetzt. Die Folge (so formulierte es eine Konzertkritik): «Grosse Durchhörbarkeit, die den Farbenreichtum der historischen Instrumente und die Modulationskühnheiten zur Geltung bringt, in der gedämpften Mischung von tiefen Flöten und geteilten Bratschen im Vorspiel zum ‚Benedictus‘ harmonische Tiefenperspektiven eröffnet und den Pianissimoeinsatz des Kontrafagotts im ‚Credo‘ zum Ereignis werden lässt.»

Ludwig van Beethoven: Missa solemnis D-Dur op. 123

Concentus Musicus Wien
Arnold Schoenberg Chor
Nikolaus Harnoncourt, Leitung
Laura Aikin, Sopran
Bernarda Fink, Alt
Johannes Chum, Tenor
Ruben Drole, Bass

Konzert vom 5. Juli 2015, Stefaniensaal Graz

Die ursprünglich an diesem Termin angesetzte Konzertaufnahme mit dem Sinfonieorchester St. Gallen wird verschoben auf Donnerstag 7. April 2016, 20 Uhr.

Redaktion: Valerio Benz