Kevin John Edusei dirigiert eine «Symphonie Imaginaire»

Das Berner Symphonieorchester ist auch das Theaterorchester der Stadt und wird seit dieser Saison vom jungen Kevin John Edusei geleitet.Bei seinem offiziellen Einstandskonzert im vergangenen Herbst setzte Edusei denn auch ein besonderes musikdramaturgisches Zeichen.

Es ist ein Konzert, das von Hector Berlioz' «Symphonie fantastique» aus seine musikalischen Fäden aufspannt. Die Sinfonie des Franzosen ist an sich ja schon weit davon entfernt, eine absolute Musik zu sein. Sie schildert vielmehr «verschiedene Situationen im Leben eines Künstlers»; erzählt von einem Mann, der sich unsterblich in eine Frau verliebt, sich wegen derer vermeintlichen Untreue mit Opium vergiftet und sich in seinem Rausch in einen Hexensabbat halluziniert. Doch es geht noch einen Schritt weiter: In dieser durchkomponierten «Symphonie imaginaire» werden Berlioz andere Werke (bzw. Werkausschnitte) zur Seite gestellt, dazu ein Schauspieler und ein Sänger. Die vielschichtige Sinfonie von Berlioz erhält so neue und erweiterte Facetten.

Die «Symphonie Imaginaire» setzt sich zusammen aus:
Hector Berlioz: Rêveries – Passions (Symphonie fantastique op. 14)
Claude Vivier: Zipangu
Hector Berlioz: Un bal (Symphonie fantastique)
Mark-Anthony Turnage: Scherzoid
Hector Berlioz: Scène aux champs (Symphonie fantastique)
Christoph Willibald Gluck : «Ballet des ombres heureuses» und Arie «Quel nouveau ciel» aus der Oper «Orphée et Eurydice»
Hector Berlioz: Scène aux champs (Symphonie fantastique)
Edgar Varèse: Ionisation für Perkussion-Ensemble
Hector Berlioz: Marche au supplice (Symphonie fantastique)
Luigi Dallapiccola: Piccola musica notturna
Hector Berlioz: Songe d'une nuit de sabbat (Symphonie fantastique)

Texte von Dante Alighieri («Die Göttliche Komödie»), Daniel Pennac («Der Körper meines Lebens») und Hector Berlioz

Berner Symphonieorchester
Kevin John Edusei, Leitung
Magid El-Bushra, Countertenor
Stéphane Mäder, Sprecher

Konzert vom 18. Oktober 2015, Stadttheater Bern

Redaktion: Norbert Graf