«Letzte Worte» von Haydn, Felder und Muschg

Haydn hat seine musikalischen Meditationen zum Karfreitag als eine der anspruchsvollsten Aufgaben bezeichnet, die er als Komponist bewältigen musste.

Über den Auftrag aus Cadiz sagte er zu seinem Biografen Griesinger: «Es war gewiß eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phantasie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, welche im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesprochenen Wortes lagen.» Haydn erstellte je eine Version für Orchester, Streichquartett und Klavier; später entschied er sich auch noch für eine Fassung als Oratorium. Die Fassung für Streichquartett wird heute weitaus am meisten aufgeführt. Der Winterthurer Komponist Alfred Felder liess sich von den ausdrucksvollen Adagio-Sätzen und dem abschliessenden „Terremoto zu eigenen Kompositionen anregen, die jeweils im Wechsel mit der Musik von Haydn aufgeführt werden. Die bisher unveröffentlichten Gedanken des Schriftstellers Adolf Muschg verleihen dem Konzert des Winterthurer Streichquartetts zusätzliche Tiefenschärfe.

Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte
Alfred Felder: Jesus von Nazareth: Sieben letzte Worte
Adolf Muschg: Haydns Sieben letzte Worte. Unveröffentlichte Texte von 1996

Winterthurer Streichquartett
Rupert Grössinger, Sprecher

Konzert vom 4. April 2016, Kirche St. Peter, Zürich
(Swiss Chamber Concerts)

Erstausstrahlung: 17.05.16

Redaktion: Corinne Holtz