Musik des Gedenkens, des Verschwindens – und ein sanfter Riese

Anlässlich seines 70. Geburtstags durfte der Schweizer Komponist Roland Moser ein Konzertprogramm der basel sinfonietta zusammenstellen mit zwei Eigenkompositionen.

Porträt
Bildlegende: Wurde letztes Jahr 70: Roland Moser. Keystone

WAL für schweres Orchester mit fünf Saxophonen vermittelt weniger die Schwere, als vielmehr die Schwerelosigkeit und Wendigkeit des Meereskolosses.

In «Première étude pour les disparitions» (UA) probiert Moser verschiedene Formen des Verschwindens und Auslöschens durch Reduzieren des Klangs aus.

Eine Art des Auslöschens praktiziert Ravel auch in «La Valse». Darin verpasst er der Wiener Walzerseligkeit ein gespenstiges Zerrbild und lässt sie in einer grimmigen Apokalypse untergehen.

Den Abschluss macht «Stele» von György Kurtag. Mit dem Titel ist eine Grabsäule gemeint: Sie symbolisiert das Gedenken an einen verstorbenen Freund des ungarischen Komponisten.

Roland Moser: Première étude pour les disparitions für Orchester (Uraufführung, Auftragswerk der basel sinfonietta)
Roland Moser: Wal für schweres Orchester mit fünf Saxophonen
Maurice Ravel: La valse
György Kurtag: Stele op. 33

basel sinfonietta; Mario Venzago, Leitung.

Konzert vom 7. Dezember 2013 im Stadtcasino Basel.

Redaktion: Roland Fleig