Musik von Frauen, für Männer und Frauen

Musik von Komponistinnen soll ins gewöhnliche Konzertleben einfliessen, finden die einen. Nein, sie braucht noch immer spezielle Beachtung, sagen andere. Und so hat die Dirigentin Jessica Cottis am diesjährigen Internationalen Frauentag auf Zweites gesetzt.

Mit den fünf Komponistinnen dieses Konzertprogramms richtet die junge australisch-britische Dirigentin ihren Blick auf Paris, wo anfangs des 20. Jahrhunderts gleich mehrere Frauen ihren musikalischen Weg suchten. Alle waren sie bestens ausgebildet, starke Persönlichkeiten und sehr gute Selbst-Promotorinnen. Was nicht vergessen machen soll, dass auch sie es schwierig hatten. Augusta Holmès zum Beispiel veröffentlichte ihre erste Musik unter dem (deutschen) Namen ihres Ehemannes, galt damals doch französische Musik und Musik von Frauen sowieso als weniger seriös.

Und ja, auch in diesem Konzert ist es natürlich zu hören: Komponistinnen haben nicht nur klein besetzte Lieder und Klavierstücke für den Eigengebrauch geschrieben, sondern gerne (wenn sie denn konnten) fürs gross besetzte Orchester.

Augusta Holmès: Andromède. Sinfonische Dichtung
Lili Boulanger: D'un matin de printemps
Germaine Tailleferre: Concerto Grosso für 2 Klaviere, 8 Singstimmen, 4 Saxophone und Orchester
Cécile Chaminade: Konzertstück für Klavier und Orchester op. 40
Mélanie (Mel) Bonis: «Trois Femmes de Légende» für Orchester

BBC National Orchestra and Chorus of Wales
Jessica Cottis, Leitung
Lunar Saxophone Quartet
Pascal Rogé, Klavier (Tailleferre)
Ami Rogé, Klavier (Tailleferre)
Noriko Ogawa, Klavier (Chaminade)

Konzert vom 8. März 2015, BBC Hoddinott Hall, Millennium Centre, Cardiff