Musikalische Facetten von «Heimat» mit Magdalena Kozena

Heute käme es wohl keinem Komponisten mehr in den Sinn, ein Werk mit «Mein Heimatland» zu betiteln. Was Heimat ist und was sie ausmacht, das betrifft uns allerdings heute alle noch. 

Für Bedrich Smetana und auch Antonin Dvorak war die Frage, was musikalische Heimat bedeutet, einfach zu beantworten: Sie fanden sie in der tschechischen Folklore. Zwei der in diesem Sinne am meisten «heimatlichen» Werke stehen in diesem Konzert auf dem Programm, zwei musikalische Würfe an tschechischen Melodien, Tänzen und Rhythmen.

Aus Tschechien stammt auch die international bekannte Mezzosopranistin Magdalena Kozena. Allerdings singt sie nicht in den Werken ihrer beiden Landsmänner, sondern in den «Folk Songs» von Luciano Berio. Diese für die legendäre Cathy Berberian komponierten Lieder basieren auf Melodien aus Amerika, Armenien, Sizilien, Genua, Sardinien, der Auvergne und Aserbaidschan. Und geben uns in der einfallsreichen und individuellen musikalischen Handschrift Berios gleich eine ganze Sammlung verschiedener Heimat-Aspekte.

Bedrich Smetana: Die Moldau, aus «Mein Heimatland»
Luciano Berio: Folk Songs
Antonin Dvorák: Sinfonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Mahler Chamber Orchestra
Rafael Payare, Leitung
Magdalena Kozena, Mezzosopran

Konzert vom 15. März 2017, Bozar, Brüssel (KlaraFestival - International Brussels Music Festival)

Redaktion: Lea Hagmann