Nils Mönkemeyer, «Popstar der Bratsche»

Die Bratsche ein Randinstrument? Nicht bei Nils Mönkemeyer!Denn der Enddreissiger hat es geschafft, das Dornröschen-Image des Streichinstrumentes abzulegen. Und dies Dank seiner musikalischen Qualitäten, dank seiner Umtriebigkeit und dank seiner ungewohnten Programme.

Bei seinem Auftritt in Bern hatte Mönkemeyer ein alt-neues Bratschen-Konzert im Gepäck: Paul Hindemiths «Schwanendreher». 1935 komponiert, aber mit musikalischen Rückgriffen auf Lieder des Mittelalters. Das Besondere daran: Die Solo-Bratsche ist das einzige Streichinstrument in höherer Lage - was quasi einem Diva-Leben für den Solisten gleichkommt.

Wenig gehört auch das Programm darumherum: Max Bruchs 3. Sinfonie und «glut» des Schweizers Dieter Ammann, in den Worten des Komponisten «eine Welt, deren innere Glut, zu Klang geformt, nach aussen drängt». Eine Umschreibung, die auch auf den Bratschisten Nils Mönkemeyer gemünzt sein könnte.

Dieter Ammann: «glut» für Orchester (Oeuvre Suisse # 25)
Paul Hindemith: «Der Schwanendreher», Konzert nach alten Volksliedern für Bratsche und kleines Orchester
Max Bruch: Sinfonie Nr. 3 E-Dur op. 51

Berner Symphonieorchester
Mario Venzago, Leitung
Nils Mönkemeyer, Viola

Konzert vom 9. März 2017, Kultur Casino, Bern

Redaktion: Patricia Moreno