Othmar Schoecks «Nachhall» auf die Romantik

«Nachhall» heisst der letzte Liederzyklus von Othmar Schoeck. Dass er Mitte der 1950er Jahre entstanden ist, hört man ihm nicht an. Im Gegenteil.

Denn der Titel des Werks stimmt schon: Es ist tatsächlich ein «Nachhall» oder auch ein Rückblick auf eine längst vergangene Zeit. Nicht umsonst vertont Schoeck hier Texte des österreichischen Romantikers Nikolaus Lenau. Und erfindet eine poetisch-elegische Tonsprache dazu.
Gleich drei solche «unzeitigen» Werke versammelt das Berner Kammerorchester in diesem Konzert. Neben Schoecks Liederzyklus, der von der Altistin Ulrike Andersen gesungen wird, sind Richard Strauss' spätes Oboenkonzert mit dem Solisten Martin Frutiger zu hören sowie die «kleine» Sinfonie von Hans Pfitzner.
Es sind Stücke, die aus ihrer Zeit gefallen sind. Und die mit dem zeitlichen Abstand von heute auf ihre künstlerische Qualität befragt werden können.

Hans Pfitzner: Kleine Sinfonie G-Dur op. 44
Richard Strauss: Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur
Othmar Schoeck: Nachhall op. 70 für mittlere Stimme und Orchester

Berner Kammerorchester
Philippe Bach, Leitung
Martin Frutiger, Oboe
Ulrike Andersen, Alt

Konzert vom 17. November 2017, Konsertavorium Bern

Redaktion: Valerio Benz