Pavillon Suisse: Ein Abend mit Othmar Schoeck

Das Eheleben hatte er sich wohl anders vorgestellt. Dass seine junge Frau Hilde mit ihm aus der Zürcher Innenstadt ins Aussenquartier Wipkingen zog, hat Othmar Schoeck gründlich verstimmt. Seinem Unmut Luft machen konnte er offenbar beim Komponieren.

Der Plan zu einer Märchen-Kantate bestand schon länger, und als er bei den Brüdern Grimm auf den Fischer stiess, dessen Frau Ilsebill nicht so will «als ick woll will», da sprang der Funke.

Das Stück hatte bei der Uraufführung 1930 sehr grossen Erfolg, zählt aber heute zu den Raritäten im Konzertsaal. Mario Venzago, der Schoeck-Partisan seit jeher, gruppiert ein stimmiges Programm zu der dramatischen Kantate.

Das dreisprachige Moderationsteam begrüsst in der Pause und nach dem Konzert sowohl die Solistin Rachel Harnisch wie den Dirigenten Mario Venzago zum Gespräch.

Othmar Schoeck: Sommernacht. Pastorales Intermezzo op. 58
Othmar Schoeck: «Besuch in Urach» für hohe Stimme und Orchester, aus dem Liederzyklus «Das holde Bescheiden» op. 62
Othmar Schoeck: Vom Fischer un syner Fru. Dramatische Kantate für drei Solostimmen und Orchester op. 43

Musikkollegium Winterthur
Mario Venzago, Leitung
Rachel Harnisch, Sopran
Jörg Dürmüller, Tenor
Jordan Shanahan, Bass

Konzert vom 9. Juni 2017, Stadthaus Winterthur

Moderation: Patricia Moreno, Francesco Biamonte, Olivier Bosia, Redaktion: Patricia Moreno