Spiel der Titanen

Spiel der Titanen: Das ist mit einem Anflug von Humor gemeint. Gustav Mahlers Sinfonie-Erstling weiss davon zu erzählen und auch John Adams «Lollapalooza».

Lollapalooza: ein Wort, das schon in sich voller Rhythmus ist. Im amerikanischen Slang bedeutet es etwas Überdimensioniertes, Übergrosses und Grenzensprengendes. John Adams liess sich davon zu einem witzigen Spiel mit rhythmischen Elementen anregen - Titan Nr. 1.

Titan Nr. 2 ist Gustav Mahlers Sinfonie-Erstling. Auch hier hat der Humor seine Spuren hinterlassen, ja spitzt sich bis zur Groteske zu. Etwa wenn im dritten Satz der Kanon «Frère Jacques» intoniert wird und die Kontrabässe in unbequemster hoher Lage nach den richtigen Tönen japsen.

Und vielleicht sogar ein Titan Nr. 3? Die Geigerin Anne-Sophie Mutter wird den Vergleich vermutlich persönlich nicht schätzen, doch ganz fehl am Platz ist er bei dieser Ausnahme-Solistin und ihren Fähigkeiten nicht ganz. Sie spielt in diesem Konzert Dvoraks einziges Violinkonzert.

John Adams: Lollapalooza
Antonin Dvorak: Violinkonzert a-Moll op. 53
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 1 «Der Titan»

Pittsburgh Symphony Orchestra
Manfred Honeck, Leitung
Anne-Sophie Mutter, Violine

Konzert vom 4. September 2017, Royal Albert Hall, London

Redaktion: Jenny Berg