«Unser Leben ist ein Schatten». Ensembles Voces suaves + Cafebaum

Anrührend schlicht ist die Musik von Johann Bach, dem Grossonkel von Johann Sebastian Bach, dessen doppelchörige Motette, nur von einem Bassso continuo begleitet, in räumlich aufgeteilter Interpretation erklingt. Stimmen aus der Ferne erzeugen einen eindrücklichen Echo-Effekt.

Symbol auf Grün
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Sobald die «Voces Suaves» und das Instrumental-Ensemble «Cafebaum» sich für die Musik von Johanns Grossneffen Johann Sebastian zusammentun, erschaffen sie barocke Klangpracht und transparente Vielstimmigkeit in einem. Und die Alt-Arie aus der Kantate für den Sonntag nach Ostern gerät ihnen zu einer suggestiven, weit schwingenden Meditation.
In den Dialog mit der barocken Klangsprache und «Vanitas»-Thematik tritt der junge Schaffhauser Komponist Silvan Loher, der für seine Kompositionen auf Gedichte aus dem 20. Jahrhundert und auch aus jüngster Zeit zurückgreift. Auch die Vertonung des Chores aus Sophokles «Antigone» fasst den klassischen Theatertext in eine durchaus traditionell orientierte Klanglichkeit, die vom Publikum des Bachfests Schaffhausen mit wohlwollenden Applaus bedacht wurde.

Johann Gottlieb Janitsch: Quartett für Oboe, Violine, Viola und Basso Continuo g-Moll «O Haupt voll Blut und Wunden»
Silvan Loher: De Profundis. Kantate nach Gedichten von Georg Trakl u.a. (Uraufführung)
Johann Bach: Unser Leben ist ein Schatten. Motette
Johann Sebastian Bach: Komm, Jesu, komm. Motette BWV 229
Silvan Loher: Ungeheuer ist viel und nichts ungeheurer als der Mensch. Motette nach einem Text aus Sophokles «Antigone» (Uraufführung)
Johann Sebastian Bach: Am Abend aber desselbigen Sabbats. Kantate BWV 42

Ensemble Voces suaves
Ensemble Cafebaum

Konzert vom 12. Mai 2018, Stadtkirche St. Johann, Schaffhausen (Internationales Bachfest Schaffhausen)

Dieses Konzert können Sie während 30 Tagen nach Sendetermin nachhören.

Redaktion: Roland Fleig