Am Wendepunkt: Drei Biografien von Ausländern in der Schweiz

Menschen aus 165 Nationen haben sich in der Schwerpunktwoche «SRF 3 zeigt Flagge» gemeldet. Input erzählt drei ausgewählte Biografien mit einschneidenden Wendepunkten im Detail: Geschlechtsumwandlung, gescheitertes Hilfsprojekt in der Mongolei und Bekanntheit im ganzen Tal wegen der Hautfarbe.

Von links: Namu, Julia und Wayne.
Bildlegende: Von links: Namu, Julia und Wayne. SRF 3

Namu lebte 30 Jahre als schwarze Frau in der Schweiz, heute ist der 37-Jährige ein Mann. Als Reggaemusiker Msoke muss sich der männliche Namu in einer Szene durchbeissen, die gegenüber Transgendermenschen sehr kritisch eingestellt ist. Namu kennt das Leben als schwarze Frau und als schwarzer Mann in der Schweiz: «Diskriminierung und Rassismus erfuhr ich in beiden Lebensabschnitten – einfach anders».

Julia (33) kommt aus Finnland. Sie ist in Luxemburg aufgewachsen, in Genf hat sie studiert, in der Mongolei geforscht und in England hat sie sich Hals über Kopf verliebt. Sie ist insgesamt während drei Jahren um die Welt gereist, hat dutzende Länder gesehen und sagt von sich selbst, sie sei eine «Erdenbürgerin». Ihr Lebensprojekt in der Mongolei zerbrach jedoch jäh. Gelandet ist sie danach im Toggenburger Dörfchen Dicken (350 Einwohner) und vor ein paar Wochen wurde sie über Nacht zur Präsidentin einer Weinbaugenossenschaft.

Wayne (32) ist «dr Einzig». Der erste Schwarze, der im Schwyzer Muotathal wohnte, und darum besonders auffiel. Obwohl er den Übernamen «dr Einzig» heute selbst braucht, wurde Wayne immer wieder ausgegrenzt und rassistisch beleidigt. Trotzdem sagt der gelernte Schreiner heute, dass die Schweizer Werte gegen aussen verteidigt werden müssen: «darum wähle ich auch SVP.»

Drei Ausländer – drei aussergewöhnliche Geschichten

Moderation: Alexander Blunschi, Redaktion: Alexander Blunschi