Die Abenteuer eines Reisekoffers

26 Millionen Gepäckstücke machen den Fluggesellschaften der Welt jedes Jahr Ärger. Sie kommen zu spät, gehen verloren oder werden beim Transport beschädigt. Input verfolgt den Reiseweg unseres Feriengepäcks.

Thomas Jaggi ist am Flughafen Zürich verantwortlich, dass alle Gepäckstücke in der vorgegebenen Zeit ihr Ziel erreichen.
Bildlegende: Thomas Jaggi ist am Flughafen Zürich verantwortlich, dass alle Gepäckstücke in der vorgegebenen Zeit ihr Ziel erreichen. SRF 3/Alexander Blunschi

Bei 9 von 1000 eingecheckten Gepäckstücken treten Probleme auf. Häufigstes Problem: die Koffer, Ski- und Sporttaschen oder Kinderwagen kommen zu spät.

Häufigstes Ursache: Die Zeit beim Umsteigen ist zu knapp, als dass das Gepäck dem Passagier folgen könnte. Obwohl die Fehlerquote beim Transport von Fluggepäck im Promillebereich ist, will die weltweite Branche diese Quote bis in spätestens zehn Jahren halbieren.

«Wir wollen das Gepäck intelligent machen» sagt Boris Padovan vom Transport-Software-Entwickler SITA in Genf gegenüber SRF 3 Input. «Das Gepäck kann mit Badges versehen werden, welche die Transport-Route am Flughafen automatisch kontrollieren, so dass das Transportsystem sofort merkt, wenn ein Koffer fehlgeleitet wird», erklärt Padovan.  Diese Badges würden die heutigen weissen Aufkleber mit den Strichcodes, die aussen an den Gepäckstücken angebracht werden, ersetzen. Denn diese «Tags» reissen leicht ab, was es beinahe unmöglich macht herauszufinden wohin der Koffer reisen sollte.

Endstation Kofferfriedhof
Kann ein Koffer seinem Besitzer nicht mehr zugeordnet werden, landet er beim Gepäcksuchdienst. In der Schweiz betreibt die Swiss diesen Dienst in Bern Belp und öffnet dort die Koffer um über den Kofferinhalt Hinweise zum Besitzer zu finden.

Die Swiss verweist darauf, dass 99 Prozent aller zwischenzeitlich vermissten Gepäckstücke innerhalb von Tagen dem Besitzer zurückgegeben werden können. Trotzdem kann pro 100 000 Gepäckstücke eines nie mehr identifiziert werden.

In der Schweiz wird der Inhalt dieser «Waisenkoffer» alle paar Jahre an einem Bazar verkauft. Beim letzten Bazar anfangs Juni 2013 wurden mehr als 20 000 umgesetzt, welche die Swiss der Stiftung SOS Kinderdorf spenden konnte. 

Autor/in: Alexander Blunschi