Life-Tracking - Der Mensch als Ranking

Fitness-Tracker warnen, wenn wir nur rumsitzen. Soziologen warnen, weil Firmen beginnen, aus den Daten unserer Tracking-Armbänder Ranglisten zu erstellen. Input über Chancen und Gefahren der Gadgets Nr. 1.

Gnadenlos war der Tracker zu Input-Redaktor Reto Widmer: Unter der vorgegebenen Anzahl Schritte pro Tag gab’s keine „Belohnung“.
Bildlegende: Gnadenlos war der Tracker zu Input-Redaktor Reto Widmer: Unter der vorgegebenen Anzahl Schritte pro Tag gab’s keine «Belohnung».. Peter Buchmann / SRF

Input-Redaktor Reto Widmer gab den Versuch mit den Fitness-Armbändern schnell wieder auf. Nicht, weil er ein fauler Sack wäre, der nur auf dem Bürostuhl klebt, sondern weil ihm die Disziplin fehlte, das Armband immer zu tragen.

Anders SRF 3 Input-Hörer Eric Schwyzer aus Zürich: Der sportliche junge Mann trägt seit über einem Jahr ein Tracker-Armband und hat sich an die ständige Begleitung gewöhnt: «Das Armband gibt mir eine Bestätigung, ob das, was ich mache gut ist oder nicht. Es unterstützt mein Gefühl für meinen Körper.»

Ebenfalls ein Armband trägt Peter Ohnemus - aus beruflichen Gründen. Der gebürtige Däne will mit den Daten, die die Fitness-Tracker und andere Bio-Sensoren liefern, Geld verdienen. Sein Dienst Dacadoo soll zur Schnittstelle werden zwischen dem Mensch, dem Arzt und der Gesundheitsbranche, wie zum Beispiel Versicherungen. «Mit dem Gesundheitsindex kann ich meiner Krankenkasse zeigen, dass ich engagiert bin», erklärt Ohnemus eine der Motivationen, seinen Dienst zu nutzen.

Ein Armband getragen hat der Soziologe Stefan Selke, um Selbsterfahrung zu Sammeln unter anderem für sein Buch «Lifelogging». Stefan Selke ist Professor und Prodekan der neu gegründeten Fakultät «Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft» an der Hochschule Furtwangen. Er sieht den Trend zum Self-Logging unter anderem mit Fitness-Trackern kritisch. «Wir machen uns da unnötigerweise von Technik abhängig», ist eine seiner Erkenntnis.

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Autor/in: Reto Widmer, Moderation: Reto Widmer