Lifestyle «Glutenfrei»

Freiwillig verzichten auf Gluten, Laktose oder Histamin. Und das als Lifestyle. Gnadenlos werden entsprechende Lebensmittel von der Einkaufsliste gestrichen. Auch wenn das nicht nötig wäre. Gerade mal vier bis acht Prozent der Schweizer haben eine nachweisbare Lebensmittelallergie. Was soll das?

Frau hält einen Teller, über dem Teller: Symbol für Gluten-frei
Bildlegende: Än Guätä – ohne Gluten: kein Brot, keine Pasta, keinen Kuchen, keine Pizza. Colourbox

Danilo Raffaele verzichtet seit einem Jahr komplett auf Gluten und das des Lifestyles wegen. «Ich mache es aus Gewichtsgründen, damit ich nicht zunehme», sagt er. Er sei über 30 Jahre alt und wolle nicht aufgehen wie ein Hefeküchlein. Seit er auf Lebensmittel mit Gluten (Kleber, Klebereiweiss) verzichtet, fühlt sich Danilo Raffaele wohler und auch gesünder.

Kathrin Hönegger kann Danilo Raffaeles Entscheid nicht verstehen. Sie leidet seit ihrer Jugend an Zöliakie und darf kein Gluten essen. «Dass jemand freiwillig auf so substanzielle Lebensmittel wie Brot oder Pasta verzichtet, das kann ich einfach nicht verstehen. Nur wer kein Gluten essen darf, versteht, was für ein grosser Einschnitt ins Leben das ist.»

Detailhändler spüren den Trend

Mittlerweile gibt es eine ganze Palette an glutenfreien Produkten. Auch die grossen Detailhändler wie Coop und Migros bieten diese an. Beide konnten im vergangenen Jahr bei diesen Allergikerprodukten im zweistelligen Bereich zulegen: um 16 Prozent. Das hat auch damit zu tun, dass vor allem in den USA ein regelrechter Gluten-Free-Boom losgetreten worden ist. Stars und Sternchen leben den neuen Verzicht auf Gluten vor, was wiederum den Konsum solcher Allergikerprodukte in der Schweiz beflügelt.

Redaktion: Simona Caminada