Korsikas Nationalisten wollen mehr Autonomie

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In Korsika beginnt eine neue politische Epoche. Die Nationalisten wollen die Insel gesellschaftlich erneuern, mit demokratischen Mitteln und ohne Gewalt. Sie fordern darum mehr Autonomie von Frankreich. Rückhalt finden sie vor allem bei der jungen Bevölkerung.

Parteiversammlung der Nationalisten an der Universität Corte im Dezember 2018. Die Nationalisten nehmen für sich in Anspruch, die Politik der Insel grundlegend zu erneuern. Von der französischen Regierung fordern sie Verhandlungen für mehr Autonomie.
Bildlegende: Parteiversammlung der Nationalisten an der Universität Corte im Dezember 2018. Die Nationalisten nehmen für sich in Anspruch, die Politik der Insel grundlegend zu erneuern. Von der französischen Regierung fordern sie Verhandlungen für mehr Autonomie. zvg Charles Liebherr

Während Jahrzehnten dominierten ein paar wenige Familien-Clans die Politik Korsikas. Sie bedienten ihre eigene Klientel. Sie vergaben öffentliche Aufträge unter sich und profitierten persönlich vom Immobilien-Boom für Zweitwohnung.
Ab 2014 begann dieses System zu zerfallen. Bei den Wahlen im letzten Dezember gewannen sie die absolute Mehrheit der Sitze im neuen Regionalparlament. Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen.

Der schnelle Aufstieg der Nationalisten verdeckt lange Verhandlungen hinter den Kulissen. Der Präsident der Regionalregierung, Gilles Simeoni, verkörpert diesen Wandel der Nationalisten. Der frühere Strafverteidiger prominenter Nationalisten, rang seinem Bündnis das Versprechen ab, den gewaltsamen Kampf für ein von Frankreich unabhängiges Korsika aufzugeben.

Das ermöglichte es vielen Wählerinnen und Wählern in Korsika, ihre Stimme künftig den Nationalisten zu geben. Insbesondere die jungen Wählerinnen und Wähler koppeln den Aufstieg der Nationalisten an die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

In den kommenden Jahren wollen die Nationalisten mit der französischen Regierung einen Autonomie-Status aushandeln, der ihnen mehr Selbstbestimmung geben soll.

Autor/in: Charles Liebherr, Redaktion: Monika Oettli