Tabak macht Malawi abhängig und krank

  • Samstag, 15. Oktober 2016, 9:08 Uhr
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Fast in jeder Zigarette weltweit befindet sich Tabak aus Malawi. Das kleine Land im Südosten Afrikas hat sich grossen Reichtum von der Tabakproduktion versprochen. Jetzt sind aber die Abnahmepreise gefallen. Statt reich ist Malawi abhängig geworden – und krank.

Die Tabakbörse von Lilongwe ist eine der grössten der Welt.
Bildlegende: Die Tabakbörse von Lilongwe ist eine der grössten der Welt. zvg Patrik Wülser

Malawi ist komplett abhängig vom Tabak. 70 Prozent seiner Deviseneinnahmen kommen aus dem Tabak-Export. Die Farmer, die mit dem Tabakanbau vor 20 bis 30 Jahren begonnen haben, sind reich geworden. Weltbank und Währungsfonds haben darum der Regierung empfohlen, den Anbau auch für Kleinbauern freizugeben. Ihnen haben die grünen Blätter aber kein Glück gebracht.

Malawi unter Druck

Weil immer mehr produziert wurde und weil in Europa und Nordamerika weniger geraucht wird, sind die Preise drastisch eingebrochen. Die Bauern haben sich für Saatgut und Dünger verschuldet und sind jetzt den internationalen Firmen, die z.B. British American Tobacco und Philip Morris beliefern, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Tabakanbau macht krank

Die Kleinbauern und Kinder, die auf den Feldern arbeiten, leiden fast alle an der sogenannten «Green Tobacco Sickness». Sie husten und haben ein Stechen in der Brust. Ein Kind, das den ganzen Tag auf dem Tabakfeld arbeitet, nimmt über die Haut gleichviel Nikotin auf, wie wenn es 50 Zigaretten geraucht hätte.

Die malawischen Behörden wollen aber von der Krankheit nichts wissen und die grossen internationalen Tabak-Konzerne waschen ihre Hände in Unschuld. Ein Lehrstück über den globalisierte Wirtschaft.

Autor/in: Patrik Wülser, Redaktion: Christoph Wüthrich