Autoreifen: Alles, was Sie wissen müssen

Soll man Winterreifen im Sommer «ausfahren»? Wie lagert man Reifen richtig? «Kassensturz/Espresso» hat die Antworten auf diese und weitere häufige Fragen für Sie zusammengestellt.

Macht es Sinn, Winterpneus im Sommer «auszufahren»?

Verboten ist es nicht. Unterschreitet die Profiltiefe des Winterreifens 4 mm, lassen seine speziellen Winter-Fahreigenschaften nach. So bietet es sich an, die gebrauchten Winterpneus im Sommer noch bis zum erlaubten Minimum von 1,6 mm Profiltiefe aufzubrauchen. Aus Sicherheitsgründen rät der TCS jedoch davon ab.

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TCS erklärt: Der Trick zur Bestimmung der Profiltiefe

0:22 min, vom 5.4.2016

TCS-Tests hätten gezeigt, dass die Bremswege von reinen Winterreifen im Vergleich mit Sommerreifen bei sommerlichen Temperaturen auf trockener Fahrbahn deutlich länger sind. Nicht nur die Profilgestaltung, sondern auch die Gummimischung sei demnach für trockene Fahrbahnen bei sommerlichen Temperaturen nicht geeignet.

Wann sind Reifen abgefahren?

Das gesetzliche Minimum liegt bei 1,6 mm. Allerdings empfehlen TCS und ADAC, Sommerreifen bei 3 mm und Winterreifen bei 4 mm zu ersetzen. Die Profiltiefe der Sommerpneus kann ganz einfach überprüft werden:

Die richtige Lagerung

Abbildungen mit richtiger und falscher Pneulagerung.

Bildlegende: TCS

Vor dem Einlagern sollte man die Reifen auf Schäden untersuchen und prüfen, ob die Profiltiefe noch ausreicht.

Reifen mögen es kühl, trocken und dunkel. Sie sollten nicht mit Öl, Fett oder Lösungsmitteln in Berührung kommen.

  • Auf Felgen montierte Reifen werden am besten liegend oder hängend aufbewahrt Den vorgeschriebenen Reifendruck erhöht man idealerweise um 0,4 bar.
  • Demontierte Reifen (Pneus) stehend lagern, nicht liegend.
  • Reifenwechsel selbst gemacht: Ein paar Tipps

Wie wichtig ist der Reifendruck?

Sehr wichtig! Zu geringer Druck sorgt für spürbar unsichere Fahreingenschaften und der Bremsweg kann sich um mehrere Meter verlängern. Ausserdem geht zu wenig Luft ins Geld: Der höhere Rollwiderstand verbraucht mehr Benzin (gem. ADAC 0,3 Liter auf 100 km) und die Reifen verschleissen spürbar schneller.

Der korrekte Luftdruck ist in der Betriebsanleitung oder auf einem Kleber im Türrahmen oder an der Tankklappe zu finden.

Mit Zuladung und bei schnellen Fahrten sollte der Luftdruck um rund 0.2 bar erhöht werden. Ein um bis zu 0.5 bar erhöhter Luftdruck verbessert das Fahrverhalten, reduziert jedoch tendenziell den Komfort.

Was verraten die Buchstaben und Zahlen auf dem Reifen?

  1. Reifenbreite in mm
  2. Verhältnis Reifenhöhe zu Reifenbreite in Prozent (Hier: 65% von 195 mm)
  3. Bauart des Reifens. Heute meist R für Radialreifen. D steht für Diagonalreifen
  4. Felgendurchmesser in Zoll (1 Zoll = 2.54 cm)
  5. Tragfähigkeitsindex: Code für die zulässige Last (Tabelle).
  6. Zugelassene Höchstgeschwindigkeit (Hier: H = 210 km/h) (Tabelle).
  7. Hersteller und Profilbezeichnung
  8. DOT-Nummer. Wichtig! Sie verrät das Alter des Reifens: Die ersten zwei Ziffern bedeuten die Herstellungs-Woche, die letzten zwei das Herstellungs- Jahr. Also: DOT0809 bedeutet: Aus Woche 08 im Jahr 2009.) Da Gummi mit der Zeit aushärtet, sollten über 10 Jahre alte Pneus nicht mehr benutzt werden.
  9. Tubeless = schlauchlos / tube type = mit Schlauch
  10. Schneeflocken-Symbol signalisiert Wintertauglichkeit
  11. M+S (Mud & Snow) sind Winter- oder Ganzjahresreifen
  12. ECE-Prüfzeichen für Europa-Norm (z. B. 1 ist die Landesbezeichnung für Deutschland)
  13. Run Flat sind Pneus, die mit Notlaufeigenschaften ausgestattet sind. Im Fall eines Reifenschadens kann mit verminderter Geschwindigkeit (80 km/h) bis zu 300 km weitergefahren werden.
  14. TWI (Tread Wear Indicator): Zeigt die Abnützung des Reifens an.

Weitere Informationen zu Reifen finden Sie auf der Webseite von TCS.

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