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Kassensturz-Tests Beutellose Staubsauger im Test: Vorsicht für Allergiker

«Kassensturz» hat bei zehn Staubsaugern ohne Beutel Saugkraft, Energieverbrauch und Handhabung getestet. Punkto Hygiene fallen die meisten durch: Das Leeren der Schmutzbox wirbelt zu viel Staub auf. Und zwei blasen beim Saugen Staub hinten wieder raus. Beides kann für Allergiker zum Problem werden.

Legende: Video Saugstark und stromsparend: Beutellose Staubsauger im Test abspielen. Laufzeit 07:34 Minuten.
Aus Kassensturz vom 15.05.2018.

Ein guter Staubsauger muss mit Dreck klarkommen. Egal, ob in der Ritze im Boden oder auf dem Teppich. Er sollte auch entlang von Wänden und in den Ecken Staub und Schmutz zu Leibe rücken. Von Vorteil ist, wenn er den Schmutz effektiv einsaugt – und nicht bloss mit der Abluft in der Wohnung verteilt. Er sollte einfach zu bedienen sein. Und wenn es ums Leeren und Reinigen des Containers geht, sollte sich keine Staubwolke bilden, und man sollte nicht mit dem Schmutz in Kontakt kommen.

«Kassensturz» und «Saldo» haben zehn beutellose Staubsauger im Prüflabor SLG in Hartmannsdorf (D) testen lassen. Das günstigste Modell kostete 69.90, das teuerste 469 Franken. Geräte ohne Staubbeutel generieren einen Wirbelstrom, saugen so die Luft an und schleudern den Schmutz in den Auffangbehälter.

Testtabelle

Testtabelle

Hier geht's zu den detaillierten Testresultaten.

Keine Probleme bei glatten Böden

Das Positive vorneweg: Keines der zehn getesteten Geräte ist beim Gesamturteil ungenügend – fünf Staubsauger werden mit «Genügend» qualifiziert, fünf mit «Gut». Testsieger ist das Model VC5100 Parquet von Samsung, gekauft für 249 Franken bei M-Electronics. «Der Gewinner hat sowohl bei den Saugleistungen als auch bei den technischen Prüfungen ziemlich gut abgeschnitten», sagt Albrecht Liskowsky, Leiter Prüflabor Bodenpflege.

Alle zehn getesteten beutellosen Staubsauger erreichen beim Saugergebnis auf glatten Böden eine gute bis sehr gute Note (5,4 bis 6,0).

Teppiche bereiten Mühe

Mit Teppichböden haben sämtliche Sauger weitaus mehr Mühe, keines der Geräte bekommt ein «Sehr gut». Die Spannweite der Benotungen reicht von einer 5,4 des Siegers Samsung bis zu einer glatten 2.

Das schlechteste Ergebnis fasst der Staubsauger der Jumbo-Marke Ayce (Fr. 99.90) für seine Performance beim Saugen von Fasern ab einem Teppich. «Der Fadenheber wurde regelrecht hinter der Düse versteckt. Kein Wunder, dass das Gerät keine Fasern aufsaugt», sagt Testleiter Albrecht Liskowsky.

Der Fadenheber ist der kleine, rote Bereich vor und/oder hinter der Düse, der dafür sorgen soll, dass Schmutz und Fasern angehoben und im nächsten Schritt abgesaugt werden. Nach drei Minuten wurde der Test beim Modell von Ayce abgebrochen.

So wurde getestet

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Die wichtigsten Kriterien im Test des spezialisierten Prüflabors SLG waren: Wie sauber entfernen die beutellosen Staubsauger Schmutz von Teppich und harten Böden? Wie viel Staub ist in der Abluft? Lassen sich die Geräte leicht leeren und reinigen? Und: Wie hygienisch läuft die Reinigung? Das Labor ging folgendermassen vor:

  • Saugen: Die Labormitarbeiter verteilen eine abgemessene Menge Normstaub auf harten Böden und auf Teppich. Vor dem Saugen wird der Staubbehälter gewogen, nach dem Saugen abermals. So wird ermittelt, wie viel Staub die Geräte aufsaugen. Zudem wird erfasst, wie gut die Saugleistung bei leicht und halb gefüllten Behältern ist. Zusätzlich zum Staub müssen die Geräte Fasern von einem Teppich aufsaugen. Dabei wird die Zeit gemessen.
  • Technische Prüfung: Gleichzeitig mit dem Saugtest wird gemessen, mit wie viel Kraft die Saugdüse bewegt werden muss und wie hoch der Energieverbrauch gemessen. Drittes und wichtigstes Unterkriterium: die Abluft. Test-Staub (grössere und kleinere Partikel) werden vom Staubsauger angesogen. In der Abluft wird mittels einer Lichtschranke gemessen, wie viele Partikel noch in der Luft sind. So errechnen die Tester, ob die Filter der Staubsauger effektiv arbeiten.
  • Handhabung: Fünf Mitarbeiter beurteilen: Wie gut lassen sich die Geräte öffnen und wieder schliessen? Wie einfach ist das Entleeren der Staubbehälter? Wie gut lassen sich Filter und Behälter reinigen? Kommt man dabei mit Staub und Schmutz in Berührung?

Jumbo schreibt: «Bevor wir diesen Artikel ins das Sortiment aufgenommen haben, liessen wir ihn durch das akkreditierte und unabhängige Labor SQTS testen.» Nichtsdestotrotz nehme man den Test sehr ernst.

Drecksauger oder Dreckschleuder?

Getestet wurde auch die Filter-Leistung der beutellosen Geräte. Gerade für Allergiker ein wichtiges Kriterium: Der Staubsauger soll den Dreck möglichst im Gerät behalten – und nicht via Abluft extra in der Wohnung verteilen. Einzelne Geräte haben einen sogenannten Hepa-Filter, der speziell für Allergiker gemacht wurde. «Der beste Filter nützt nichts, wenn die Luft am Ende am Filter vorbei trotzdem in die Abluft entweicht», so Albrecht Liskowsky vom Labor SLG.

Mit oder ohne Beutel?


MIT BEUTELOHNE BEUTEL
Vorteile
Geräte sind günstiger. Schnelles und sauberes Auswechseln des Beutels. Besser für Allergiker. Oft bessere Leistung und leiser.
Geringere Unterhaltskosten. Umweltfreundlicher.
NachteileTeurer im Unterhalt (Beutelpreis bis zu 5 Franken). Teilweise sind die passenden Beutel kaum erhältlich.Leeren des Behälters ist «staubiger» und unhygienischer. Behälter muss jedes Mal gereinigt werden. Geräte sind i.d.R. teurer in der Anschaffung. Meist lauter.

Vier Geräte erhalten beim Ablufttest die Bestnote 6: True Cyclone der Landi-Eigenmarke Prima Vista, Cyclone Vacuum Cleaner von Intertronic, Blizzard CX1 Pearl von Miele und Big Ball Multifloor+ von Dyson. «Schlecht» schneiden zwei Modelle ab: CST 630 von Primotecq (Note 1) und Aspira Sine A700 von Satrap (Note 1,8). Interdiscount schreibt, das Primotecq-Gerät sei mittlerweile ausverkauft. Das Nachfolgemodell werde voraussichtlich per Juli oder August 2018 eingeführt.

Hygiene ist unbefriedigend

Ein Ärgernis der beutellosen Sauger ist das Leeren der Staubbehälter. Zwar kann vielfach per Knopfdruck eine Klappe geöffnet werden, doch dann fällt der Staub unkontrolliert in den Abfalleimer – und eine Wolke aus Staub ergiesst sich in den Raum. Auch die Reinigung des Behälters ohne Staubkontakt gestaltet sich schwierig bis unmöglich. Für Stauballergiker ist das ein Handicap. Selbst die Tester monieren: «Wenn ich einen beutellosen Sauger hätte, würde ich den nur draussen entleeren und die Windrichtung günstig ist.»

Allergiker-Tipps (Prof. Schmid-Grendelmeier, Allergologe, Uni ZH)

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  • Teppiche, Vorhänge, Textilien sind Staubfänger – deshalb nach Möglichkeit reduzieren.
  • Parkett, Stein- oder Linoleumböden fangen weniger Staub ein als Teppichböden.
  • Auf Staubsauger mit hochreinigendem Filter achten.
  • Regelmässig Stosslüften.
  • Spezielle Matratzen- und Kissenüberzüge, die den Kot der Hausstaubmilben zurückhalten.
  • Spezielle Luftreinigungssysteme.

Peter Schmid-Grendelmeier, Professor für Allergologie am Unispital Zürich, weiss, dass Staub krankmachen kann. Und wenn dann noch ein schlechter Sauger ins Spiel komme, könne man die Situation noch verschlimmern: «Wenn ein Staubsauger nichts zurückhält und den Staub wieder hinten rauslässt, dann ist der Staub, der ganze Dreck erst Recht im Raum. Und das kann Beschwerden auslösen.»

Deshalb gilt: Ob mit Beutel oder ohne – am Ende muss der Staub aus dem Staubsauger im Abfall landen und nicht wieder im Raum verteilt werden.

Alle Tests

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