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Braucht es für jede Pflanze einen Spezialdünger?
Aus Espresso vom 20.04.2020.
abspielen. Laufzeit 06:17 Minuten.
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«Espresso Aha!» «Braucht es für jede Pflanze einen Spezialdünger?»

Im Handel gibt es diverse Spezialdünger. Braucht es sie oder reicht einer für alles? «Espresso Aha!» klärt auf.

Beerendünger, Geraniendünger, Kräuterdünger, Tomatendünger, Rasendünger, Kübelpflanzendünger: Die Auswahl an Spezialdüngern ist gross, genauso wie die Preisspanne. Ein Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» möchte wissen, ob es wirklich nötig ist, spezielle Dünger einzusetzen. Tut es ein Universaldünger nicht genauso?

Ja, in den meisten Fällen reiche ein Universaldünger, sagt Josef Poffet vom Branchenverband Jardin Suisse. Dieser sollte ein möglichst ausgeglichenes Verhältnis der Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) haben. Ausnahmen sind Rasen, Hortensien, Orchideen und Kakteen. Dort sei ein Spezialdünger zu empfehlen.

«Es ist wichtig, dass man nicht zu viele verschiedene Dünger daheim hat. Sondern ein, zwei gute Produkte, bei denen man weiss, wie man sie richtig anwendet. Damit schont man Umwelt und Portemonnaie», so Poffet von Jardin Suisse.

Biogärtner nehmen Kompost, Hornspäne und Steinmehl

Auch Walter Käppeli von Bioterra, Bio-Gärtner und Gartenbaulehrer, winkt beim Thema Spezialdünger ab. Er als Biogärtner dünge fast ausschliesslich mit Kompost und Pflanzengülle. Einzig Hornspäne als Stickstofflieferant und Steinmehl als Kaliumlieferant kauft er zu. Dies, um stark zehrende Pflanzen wie Kohl oder Sellerie zu versorgen. Ansonsten reichen drei bis vier Liter Kompost pro Quadratmeter Beet – und nicht mehr!

«95 Prozent aller Gärten sind überdüngt»

Denn Fakt ist: 90 bis 95 Prozent aller Haus- und Schrebergärten sind überdüngt. Die meisten Gärten sind mit Phosphor und teilweise auch Kalium überversorgt.

Deshalb gilt: Wenn düngen, dann strikt gemäss Anweisung auf der Verpackung, so Poffet von Jardin Suisse: «Es ist wirklich wichtig, dass man sich mal überlegt: Wie gross ist mein Beet? Und sich dann die Mühe nimmt, die Waage zu nehmen und abzumessen. Wenn ich nach Gefühl dünge, dünge ich erfahrungsgemäss zu viel.»

Und ein Zuviel an Dünger nützt nicht, sondern schadet. Die Stoffe werden ausgewaschen und landen in unseren Bächen. Sie schaden aber auch dem eigenen Garten: «Die Pflanzen werden weich und krankheitsanfällig. Dazu kommt, dass ich etwas ausbringe, das nichts nützt – und das Geld kann ich mir sparen», sagt Josef Poffet.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet die Konsum-Sendung «Espresso» auf Radio SRF 1 in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

Bodenanalyse kann Sinn machen

Wer den Zustand seines Gartens kennen möchte, kann dies mit einer Bodenanalyse herausfinden. Gerade wer einen Garten übernimmt oder neu anlegt, erhält so aufschlussreiche Informationen zum Nährstoffbedarf.

Espresso, 20.04.20, 08:13 Uhr

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Silvia Grossenbacher  (Silvia Grossenbacher-Kurth)
    Rosen, Rabarber usw bekommen im Frühjahr etwas Kuhmist vom Bauern und wenn man noch ein wenig darauf achtet, welche Pflanzen sich gegenseitig im Wachstum ergänzen (mischkultur), dann wird es gedeihen. Wer kennt sie nicht, die wunderschönen Bauerngärten von früher? Die hatten auch keinen anderen Dünger.......
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  • Kommentar von Silvia Grossenbacher  (Silvia Grossenbacher-Kurth)
    Auch viele gekauften Pflanzen sind dermassen gedüngt, dass sie einige Zeit nach dem Kauf oft plötzlich total "ausgeschöpft" erscheinen, dann braucht es vorallem etwas Geduld - mir kommt das immer so vor, als müssten sie erst mal entgiften. Ich habe von Kakteen, Sukulenten, Orchideen und Feilchen bis zu versch. Grünpflazen und alles grünt und blüht ohne Dünger. Die Orchideen haben zwar nicht 3 Stängel auf einmal, blühen aber dafür öfter und die st.pauli Veilchen ebenso.
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    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Am schönsten wäre es halt, wenn in Gärten nicht nur fürs Auge Exoten oder Zuchtblumen blühen würden, sondern auch Einheimisches aus Wildstaudengärtnereien angepflanzt/-gesät würde, damit unsere Insekten, vorab Wildbienen auch noch profitieren, Pollen und Nektar sammeln könnten.
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