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Konsum Bund verbietet Einfuhr von illegal gefangenen Fischen

Fische und andere Meerestiere dürfen künftig nur noch in die Schweiz importiert werden, wenn sie rechtmässig gefangen wurden. Dies muss mit Dokumenten belegt werden. Die Verordnung des Bundesrats gilt ab März 2017.

Legende: Audio «Bund verbietet Einfuhr von illegal gefangenen Fischen» abspielen. Laufzeit 2:36 Minuten.
2:36 min, aus Espresso vom 21.04.2016.

In vielen Ländern umgehen Piratenfischer die internationalen Fischereiabkommen. Damit verschärfen sie das weltweite Problem der Überfischung massiv. Illegal gefischt wird vornehmlich dort, wo Kontrollen kaum stattfinden, etwa im Südpolarmeer oder vor Westafrika. Am Boden lebende Arten sind bei illegal tätigen Fischereiflotten besonders begehrt: Garnelen, Kabeljau, Lachse, Forellen.

Schweiz hinkt hinterher

Die nun vom Bundesrat beschlossene Verordnung geht zurück auf einen politischen Vorstoss des Genfer Nationalrats Carlo Sommaruga aus dem Jahr 2009.

Die Landesregierung stellte sich damals gegen das Ansinnen und wollte zuerst die Erfahrungen der EU abwarten, die das UNO-Seerechtsübereinkommen bereits früher beschlossen hatte. Das Schweizer Parlament sah es anders und beauftragte den Bundesrat mit der Umsetzung der Regulierung.

Auch künftig dürfen Meeresfischereierzeugnisse ohne Kontrollen in die Schweiz eingeführt werden, wenn sie aus Staaten mit einer funktionierenden Überwachung stammen (zum Beispiel EU-Staaten, USA, Kanada). Es werde aber auch bei diesen Sendungen Stichproben geben, teilte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 mit.

4 Kommentare

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  • Kommentar von angela keller, sirnach
    Beim Artenschutz haben Fische noch immer das Nachsehen. Stark bedroht ist vor allem der Rote Tunfisch , der unter anderem zu Sushi verarbeitet wird und bei Verbrauchern immer beliebter wird. Auch 30 Haiarten gelten als akut gefährdet. In Asien werden sie wegen ihrer Flossen gejagt, die dort als Delikatesse gelten. Häufig werden den Tieren die Flossen bei lebendigem Leib abgeschnitten. Zurück ins Meer geworfen verenden die Haie qualvoll, und das restliche Haifleisch wird nicht genutzt.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      "Beim Artenschutz haben Fische noch immer das Nachsehen" Genau deshalb verzichtet meine ganze Familie, obwohl Liebhaber, seit über 30 Jahren auf den Konsum von Fisch oder sonstige Wassertiere. Aber eben, wer macht das schon, ich denke, wir sind die einzigen.
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  • Kommentar von angela keller, sirnach
    Fast überall werden heute mehr Fische gefangen als natürlich nachwachsen können. 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände rund um den Globus müssten eigentlich geschont werden: Fast ein Drittel sind überfischt, 61% sind bis an die Grenzen befischt. Einen massgeblichen Anteil an der Ausbeutung der Meere hat die EU-Fangflotte. Diese fischt längst nicht nur in den eigenen Gewässern. Rund um den Globus läuft ein Grossteil der Fischerei aus dem Ruder.
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  • Kommentar von Angela Keller, Sirnach
    Weltweit ist in Viertel aller Speisefischbestände übernutzt, weitere 30 Prozent stehen an der Schwelle zur Überfischung. Die Fischerei setzt nicht nur die sogenannten Zielarten unter Druck: Wenn eine Spezies dezimiert wird, so hat das Einfluss auf die gesamte Lebensgemeinschaft des Meeresgebietes. Wir in Europa brauchen einen nachhaltigen Fischfang. Nur dann können wir von anderen Ländern wie China oder Russland fordern, ebenfalls nachhaltiger zu fischen.
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