Die schlimmsten Fälle von Euro-Abzocke

Vom Geschirrspülmittel bis zum Luxusauto: Vieles ist für Schweizer Konsumenten wegen des starken Frankens massiv billiger geworden - vorausgesetzt, sie kaufen es im Ausland. Schweizer Generalimporteure und Grosskonzerne geben die Währungsgewinne selten weiter. Zuschauer berichten.

Währungsgewinne selten weitergegeben

Bildlegende: Währungsgewinne selten weitergegeben SRF

«Kassensturz» hat seine Zuschauer aufgefordert, Ausschau nach Abzocke mit dem schwachen Eurokurs zu halten. Zusammengekommen ist eine ganze Auswahl von Beispielen. Zumeist sind die Produkte im Ausland rund halb so teuer wie in der Schweiz. Aber es gibt auch extremere Beispiele: So kostet eine Flasche Palmolive Geschirrspülmittel im Volg im Thurgau rund vier Mal so viel (4.30 SFr) als in einer Drogerie in Konstanz (0.89 €).

Ins Auge springt das Abkassieren des Wechselkursgewinns bei international tätigen Modeketten. Oft hängt an den Kleidern eine Etikette, welche sowohl den Franken- wie auch den Euro-Preis enthält. Und diese zeigen: Hier wird systematisch der Doppelte Betrag in Franken verlangt.

So ärgerte sich der Zuschauer Edgar Staub, dass seine Charles Vögele-Hose in der Schweiz 89.90 Franken kostet und in der EU nur 39.95 Euro. Ähnliche Fälle wurden dem «Kassensturz» gemeldet von Esprit. Auch der zur Zeit stark werbende Walbusch-Modeversand verlangt von den Schweizern das Doppelte.

Pech haben auch Schweizer Eurolotto-Spieler: Sie zahlen in der Schweiz für das Tippen von sechs Zahlen 3 Franken. In der EU kostet eine Teilnahme nur 2 Euro.

Praktisch nur einen Drittel zahlen Konsumenten, welche ihre Mundhygiene verbessern wollen: Die elektrische Zahnbürste Braun Oral-B Professional 500 kostet bei der Migros 99.90 Franken, während sie ennet der Grenze in einem grossen Elektro-Geschäft für 33.90 Euro erhältlich ist.

Viel zu sparen ist beim Autoimport

Während der wöchentliche Lebensmitteleinkauf im Euroland das Haushalts-Budget entlastet, können beim Auto-Kauf unter Umständen gleich fünfstellige Beträge gespart werden. Vor ein paar Jahren wurde der Selbstimport von Neuwagen in die Schweiz vereinfacht. Wer am Zoll das sogenannte COC-Übereinstimmungszertifikat vorweisen kann, muss nur noch Export, Import und Mehrwertsteuer regeln ─ eine Papierformalität von rund einer Stunde. Nach einem Abgastest und dem Vorführen beim Strassenverkehrsamt kriegt ein Neuwagen Schweizer Kontrollschilder.

Dazu ein exotisches Beispiel geliefert von «Kassensturz»-Zuschauer C. A.: Ein Porsche Panamera Turbo S kostet in Deutschland inklusive Mehrwertsteuer 167‘201.- €. Die Schweizer Porsche-Vertretung berechnet 259‘000.- Franken. Nach Bereinigung der Mehrwertsteuer und der Autosteuer von vier Prozent des Neupreises bleiben demjenigen, der es hat, rund 90‘000.- Franken Ersparnis.

Ein für den Durchschnittsbürger realistisches Beispiel: Ökologisch denkende Autofahrer kaufen einen Toyota Prius Hybrid besser in Deutschland (25‘750.- € inkl. MWSt) statt in der Schweiz (43‘300.- Fr) und sparen fast 20‘000.- Franken.