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«Espresso Aha!» Eis in der PET-Flasche sorgt für Abkühlung

Eine mit Eis gefüllte PET Flasche kann die Temperatur im Raum merklich senken. Wunder sollte man aber keine erwarten.

Wegen dem warmen Wetter machen im Internet zurzeit dutzende Tipps zur Kühlung von Räumen die Runde. Einen davon hat «Espresso Aha!» getestet: Man nehme eine 1,5-Liter PET-Flasche, fülle sie nicht ganz mit Wasser und lasse es im Tiefkühler gefrieren. Die Flasche stellt man dann erhöht im Raum auf und schon sollte die Temperatur sinken. Und ja – das funktioniert tatsächlich! Allerdings hält sich das Ergebnis in der Praxis in Grenzen.

Der Versuch gelingt – teilweise

Im «Espresso»-Sitzungszimmer ist die Temperatur beim nicht wissenschaftlich angelegten Versuch gerade mal um ein halbes Grad gesunken. Das Sitzungszimmer ist allerdings mit rund 40 Kubikmeter relativ gross, und in der gleichen Zeit ist die Temperatur in einem anderen Zimmer ohne eine mit Eis gefüllte PET-Flasche in der gleichen Zeit um mehr als ein Grad angestiegen.

Das heisst: Der Trick funktioniert tatsächlich. Kein Wunder: Renato Böni vom Schweizerischen Verband für Kältetechnik erklärt, dass in einer solchen PET-Flasche Kühlenergie von rund 150 Watt Platz hat. Diese Kühlenergie wird über den Zeitraum bis das Eis geschmolzen ist kontinuierlich an den Raum abgegeben. Da kalte Luft sinkt, macht es zudem Sinn, die Flasche oben im Raum zu platzieren.

«Espresso Aha!»

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Ein Ventilator sollte die PET-Flasche anblasen

Laut Renato Böni funktioniert der Kühlprozess am effizientesten, wenn sämtliche Türen und Fenster geschlossen sind und die PET-Flasche von einem Ventilator angeblasen wird. Dies verstärkt den Kühleffekt, verkürzt aber auch die Zeit, in der eine Kühlung stattfindet. Und: Je mehr PET-Flaschen und je kleiner der Raum, desto grösser der Effekt.

Mobile elektrische Kühlanlagen sind ineffizient

Klimageräte können die Temperatur eines Raums stärker senken. Renato Böni ist jedoch kein Fan dieser Geräte, bei denen die heisse Luft des Raums mit einem Schlauch durchs Fenster abgeleitet wird. Da sich die Fenster wegen des Schlauchs nicht schliessen und isolieren lassen und das Gerät selber Wärme erzeugt, ist es in höchstem Mass ineffizient. Zudem ist der Lärm kaum zum Schlafen oder Arbeiten geeignet.

Die neusten Kühlgerate sind kleine Würfel, die mit dem Verdunsten von Wasser einen Kühleffekt herbeiführen. Diese sind jedoch nur für ganz kleine Räume geeignet und müssen für eine wahrnehmbare Kühlung konstant mit Unmengen an Wasser versorgt werden. Der Fachmann Renato Böni rät eher zu einem Ventilator, der zwar die Temperatur im Raum nicht senken kann, jedoch auf der schweissnassen Haut den gleichen Kühleffekt auslöst.

Die Temperatur zuhause möglichst nicht ansteigen lassen

Auch ohne zusätzliche Hilfsmittel kann man es sich zuhause möglichst angenehm machen: Man sollte möglichst früh aufstehen, um von den kühlen Temperaturen draussen zu profitieren. Gut lüften – danach die Fenster schliessen und die Rollläden herunterlassen, um Erwärmung wegen der Sonneneinstrahlung auszuschliessen. Ebenso wichtig: Sämtliche elektronische Geräte, die nicht gebraucht werden, ganz ausschalten.

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