Frisch-Tortelloni im Test: Die Füllung überzeugt selten

Frischteigwaren aus dem Kühlregal versprechen auf die Schnelle einen Teller «italianità». Eine Jury aus professionellen Gaumen testet für «Kassensturz» die meistverkauften Ricotta-Spinat-Tortelloni. Pikant: nur gerade zwei Produkte schwimmen oben auf.

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Frisch-Tortelloni im Test: Die Füllung überzeugt selten

8:03 min, aus Kassensturz vom 6.9.2016

Die meisten Tortelloni schmecken nur mittelmässig, wenn überhaupt. So das Urteil der fünfköpfigen Fachjury. Das hat vor allem zwei Gründe: «Die Hersteller sparen mit der Füllung. Man isst viel Teig und sehr wenig Füllung», sagt Degustatorin und SRF1-Kochredaktorin Maja Brunner. Zudem enthalten die meisten Tortelloni eine undefinierbare grüne Masse. Ricotta und Spinat konnte die Jury nur bei den wenigsten Tortelloni erkennen.

Die Jury degustiert und bewertet elf verschiedene Produkte. Es sind alles Tortelloni aus dem Supermarkt und Discounter. Foodjournalist Patrick Zbinden leitet im Auftrag von «Kassensturz» die Degustation. Vier Kriterien stehen gemäss Patrick Zbinden im Vordergrund: «Aussehen, Geruch, Geschmack und Textur. Tortelloni haben zwar nicht mehr viel Biss, weil es Frischteigwaren sind, dennoch sollten sie eine gute Textur aufweisen.»

Sieben von elf sind ungenügend

Die Jury bewertet jede Probe nach einem standardisierten Fragekatalog und bewertet jedes Detail. Sie vergibt dabei für jedes Kriterium Schulnoten von 1 bis 6.

Am schlechtesten – und zwar mit der Note 3,1 – bewertet die Jury die Tortelloni Chef Select von Lidl. 100 Gramm kosten günstige 47 Rappen. Ebenfalls ungenügend sind die Tortelloni von Hilcona eingekauft bei Volg. Beide erhalten die Note 3,4. Auch diese beiden Produkte hätten viel zu wenig Füllung und sie seien zudem noch schlecht abgeschmeckt, sagt Jurymitglied Rolf Thalheim von der Teigwarenmanufaktur Ingredienza in Bern. «Ich hatte im Mund ein Gefühl von Pampe, welche komplett undefinierbar war. Es ist keine Freude, wenn man so etwas essen muss.»

Man könne sich das schlechte Ergebnis nicht erklären, schreibt Lidl an «Kassensturz». Und weiter: «Das Produkt wird von unseren Kundinnen und Kunden seit Jahren geschätzt.» Hersteller Hilcona betont, ihre Produkte würden in ihren regelmässigen Konsumententests stets sehr gut abschneiden. Dennoch hätten sie in den letzten Wochen die Rezepturen des Sortiments optimiert und angepasst. Diese würden Anfang Oktober in den Kühlregalen bereit stehen.

Auch die Teuersten überzeugen nicht

Wenig Freude bereiten der Jury auch die Frischteigwaren von Globus. Mit 3.16 Franken pro 100 Gramm die teuersten im Test erhielten sie nur die Note 3,5. Dieselbe Benotung erhalten die Bio Fiori aus der Migros und Betty Bossi von Coop. Etwas besser schmecken der Jury die beiden günstigen Tortellini M-Budget und Prix Garantie. Die Hersteller betonen auch hier: Ihre Kunden würden die Teigwaren schätzen. Trotzdem würden einige der Rezepturen überprüft.

Im «Kassensturz» Test erhalten die Bio-Tortelloni Naturaplan von Coop die Note 4,0 und die Tortelloni von Rana die Note 4,2.

Nur gerade zwei Proben schaffen es, die Jury annähernd zu überzeugen. Es sind dies die beiden Frischteigwaren aus der Migros: Anna‘s Best und die günstigeren M-Classic. Beide erhalten die Note 4,4. Teigwarenproduzentin und Jurorin Astrid Lambelet: «Die Füllung stimmte gegenüber dem Teig. Die Teigwaren hatten einen frischen Geschmack.»

Testtabelle

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Die Resultate im Detail finden Sie hier.

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