Zum Inhalt springen

Digitalisierung des Radios Fünf Antworten zu DAB+

Ein Chat mit Experten des DAB+-Radio-Standarts hat es gezeigt: Die Fragen bei den Hörern sind noch zahlreich und die Verunsicherung ist noch gross. Wir liefern Ihnen die Antworten auf die fünf meistgestellten Fragen.

Radio
Legende: Das DAB+-Logo prangt in der Schweiz schon auf über drei Millionen Radios SRF

Was ist der Unterschied zwischen UKW und DAB+?
UKW ist das alte, analoge Radiosignal und DAB+ das neue, digitale. Beide werden terrestrisch verbreitet. Das heisst, sie werden von grossen, auf der Erde stehenden Sende-Antennen (z.B. auf dem Uetliberg) über Dutzende Kilometer durch die Landschaft gefunkt. Während UKW durch störendes Rauschen «verunreinigt» werden kann, kommt das digitale Signal entweder in makelloser Qualität zum Empfänger, oder gar nicht. Mit dem digitalen Signal können zudem viel mehr verschiedene Radioprogramme zusammen verbreitet werden. Diese werden dann von den Radioempfängern - quasi wie von kleinen Computern - wieder heraus gefiltert.
Mit «Internet-Radio», welches meist über WiFi oder über das Handynetz verbreitet wird, hat DAB+ nichts zu tun. Weil das UKW-Netz über ein halbes Jahrhundert alt ist, wird es nun abgelöst von DAB.

Wann werden die UKW-Sender abgestellt?
Die Ausstrahlung des analogen UKW-Radio-Signales wird spätestens im Jahr 2024 eingestellt.

Ist die Abdeckung/ Versorgung von DAB+ vergleichbar mit der von UKW?
Die Schweiz hat heute die weltweit beste DAB+-Abdeckung. Zwar gibt es immer noch Funklöcher; aber DAB+ hat den grossen Vorteil, dass sich die von verschiedenen Sendern kommenden Signale nicht gegenseitig stören (wie bei UKW) sondern verstärken. Zudem können Signalreflexionen z.B. von Berghängen, zu einer weiteren Verstärkung führen. Sind die Netze also einmal voll ausgebaut, wird der Empfang auch in Randgebieten sicherer sein als mit UKW.

Wie lässt sich die Tonverzögerung bei mehreren DAB+-Radiogeräten aufheben?
Leider gar nicht. Jedes Empfangsgerät rechnet aus dem digitalen Signal in der Luft den gewünschten Sender heraus. Bei baugleichen Modellen erfolgt dies gleich schnell und die Tonwiedergabe in der Regel synchron. Da die Hersteller jedoch verschiedene Chips in den Geräten verwenden, werden Modelle von verschiedenen Hersteller mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht synchron sein.

Kann ich mein altes Autoradio aufrüsten?
Ja. Es gibt eine Vielzahl an günstigen Einbau- und Adapterlösungen; Aber auch ein paar teure. Der Preis ist stark vom Modell des Fahrzeugs abhängig. Es ist zudem ratsam, schon beim Kauf ein Auto mit DAB+-Radio zu wählen, bzw. sich den Aufpreis zu gönnen. Dies ist meist billiger als der nachträgliche Einbau. Zudem steigert es den Wert des Fahrzeuges

Wann sind die Autobahntunnels erschlossen?
Der DAB+-Genuss wird teilweise getrübt, wenn man in einen Tunnel fàhrt. Denn noch sind nicht alle mit einer Sendeanlage bestückt («Espresso» berichtete: 10.07.17: Erst jeder fünfte Autotunnel DAB+-ausgerüstet). Für deren Ausbau ist das Astra (Bundesamt für Strassen) zuständig. In einer Medienmitteilung hat es im April 2016 bekannt gegeben, rund 200 Nationalstrassentunnel bis Ende 2018 mit DAB+-Sendern auszurüsten. Gemäss Astra sollen die 180 grössten Nationalstrassentunnels Bis Ende 2018 mit dem digitalen Standard ausgestattet sein. Zurzeit ist DAB+ in den folgenden Strassentunnels empfangbar: Tunnels auf einen Blick, Link öffnet in einem neuen Fenster

Haben Sie Probleme mit dem DAB+ Empfang oder Fragen dazu?

Mail:
dabplus@srgssr.ch
Telefon (Lokaltarif):
0848 88 44 99
Mehr Infos zu DAB+:
www.dabplus.ch
, Link öffnet in einem neuen Fenster
www.broadcast.ch., Link öffnet in einem neuen Fenster

Experten zu DAB+

Experten zu DAB+

Zwei Experten haben in einem Chat Fragen aus dem Publikum zur Umstellung auf DAB+ beantwortet. Das Protokoll.