Gefälschte Autoinserate: Familie um über 12‘000 Franken betrogen

Ein vermeintlich tolles Schnäppchen wurde für eine junge Familie zum grossen Ärger: Sie fiel auf ein gefälschtes Autoinserat herein. Es sind nicht die einzigen Opfer: Gerade der Occasionsmarkt im Internet ist ein beliebtes Tummelfeld für Betrüger.

«Wir suchten nach einem günstigen Familienwagen», erzählt der betrogene Vater dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Auf der Internetseite des Vergleichsdienstes Comparis fand die Familie ein äusserst verlockendes Inserat: Eine geräumiger Offroader, vergleichsweise wenig gefahren, für nur 9500 Franken – eigentlich Konditionen, die zu schön sind, um wahr zu sein.

Trotzdem stieg die Familie mit schmalem Budget auf den Handel ein. Der angebliche Verkäufer lieferte ihnen Passkopien und andere angeblich echte Belege plus eine Geschichte, warum er ihnen das Auto nicht persönlich zeigen könne. Für Transport und Versicherung verlangte er indes nochmals 3000 Franken. Via seiner Bank, die Raiffeisen, überwies der Familienvater das Geld – insgesamt 12‘500 Franken – ins Ausland.

Als sich nichts weiter tat, dämmerte es der Familie, dass sie Betrügern auf den Leim gegangen war. Alle Belege waren gefälscht. Namen und Adressen in den Mails stimmten zwar, die entsprechenden Personen wussten jedoch nichts von einem Autohandel. Die Betrüger hatten diese Adressen missbraucht. Das Geld war weg.

Comparis: Löschen, so gut es geht

Bei Comparis lehnt man eine Haftung jedoch ab und weist darauf hin, dass man auf dieser Seite ja nur tausende von Inseraten von anderen grossen Anbietern bündle, also diese Inserate nicht selbst direkt verantworte. Trotzdem bemühe man sich so gut wie möglich, diese Angebote zu sichten und Fake-Inserate zu löschen. «Das ist nicht einfach. Die Betrüger entwickeln immer neue Tricks, um den Kontrollen zu entgehen», sagt Comparis-Sprecherin Martina Dier. Comparis versuche aber mit Warnhinweisen, die Käufer zu sensibilisieren.

Raiffeisen: Nur einen Auftrag ausgeführt

Auch die Raiffeisenbank sieht in diesem Fall keinen Grund, der betroffenen Familie finanziell entgegenzukommen. Die Bank habe schliesslich nur den Auftrag des Kunden ausgeführt, der Fehler liege also nicht bei ihr, erklärt Mediensprecherin Monika Waldburger. Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber noch: «Die Bank kann versuchen, das Geld bei der Empfängerbank zurückzufordern, wenn der Kunde dies wünscht.»

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