Hausrat: Wie berechne ich die korrekte Versicherungssumme?

Was würde es kosten, den gesamten Hausrat zu ersetzen? Diese Frage muss sich stellen, wer die korrekte Versicherungssumme bei der Hausratsversicherung berechnen will. Denn wer zu wenig angibt, dem werden im Schadenfall die Leistungen gekürzt.

Bei rund einem Drittel der Schadenfälle stellt die Versicherungsgesellschaft Mobiliar eine Unterversicherung fest, sagt Mediensprecher Jürg Thalmann. «Die Bandbreite ist jeweils gross. Es gibt Fälle, bei denen die Versicherungssumme nur ein paar Tausend Franken daneben liegt, bei gravierenden Fällen müsste sie teilweise doppelt so hoch sein.»

Bei der Axa-Winterthur zeigen Erhebungen vom letzten Jahr, dass die Versicherungssumme im Schnitt etwa 40'000 Franken zu tief ist, sagt Alain Bewersdorff, Leiter Fachbereich Privatkunden.

Ist die Versicherungssumme zu tief, dann kürzt die Versicherung im Schadenfall ihre Leistungen aufgrund der Unterversicherung. Ein Hausrat hat beispielsweise einen Wert von 100‘000 Franken, die Versicherungssumme beträgt jedoch nur 80'000 Franken. Der Haushalt ist also nur zu 80 Prozent versichert. Wenn jetzt ein Leitungsbruch das Schlaf- und Kinderzimmer unter Wasser setzt und dabei ein Schaden von 25'000 Franken entsteht, dann zahlt die Versicherung nur 80 Prozent des Schadens, also 20'000 Franken. Darum ist es so wichtig, die Versicherungssumme des Hausrates korrekt zu bestimmen.

Vom Inventarblatt zur Werte-Tabelle

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten: Viele Versicherungen bieten im Internet Inventar-Formulare an. Auf diesem kann man den Wiederbeschaffungswert aller Gegenstände des Hausrats eintragen und addieren. Wichtig ist, dass man dabei den aktuellen Neuwert der Gegenstände nimmt. Am Schluss erhält man die Versicherungssumme. Dieses Verfahren ist jedoch aufwändig.

Ein Anhaltspunkt gibt folgende Faustregel: «Eine Person mit normalen Einrichtungsstandard kommt in einer 1-Zimmer-Wohnung auf einen Hausrat von etwa 44'000 Franken. Pro Zimmer kommen ungefähr 16'000 Franken dazu», sagt Alain Bewersdorff, Leiter Fachbereich Privatkunden bei der Axa Winterthur.

Hausrat-Rechner sind einfacher

Einfacher geht es, mit einer Tabelle wie bei der Axa Winterthur oder dem Hausrat-Rechner der Mobiliar Versicherung. Bei der Tabelle und beim Rechner kann der Kunde anhand der Anzahl Personen – Kinder bis 14 Jahre zählen als halbe Person – und der Anzahl Zimmer den Wert des Hausrates bestimmen.

Bei den Hausrat-Rechnern muss man zusätzlich noch angeben, ob man über einen einfachen, durchschnittlichen oder gehobenen Hausrat verfügt. Mobiliar-Mediensprecher Jürg Thalmann erklärt: «Einfacher Standard heisst, dass die Möbel beispielsweise aus der Ikea stammen, bei mittlerem Standard kommen die Möbel aus dem Möbelfachgeschäft. Wenn es sich um Designermöbel oder Raritäten handelt, dann gehören sie zum gehobenen Standard.»

Wer teure Sportgeräte, Heimelektronik oder eine wertvolle Sammlung besitzt, der sollte zusätzlich zum Basishausrat den Wert dieser Sammlung dazurechnen. Nicht vergessen sollte man auch teure Sportgeräte in Keller, Estrich oder Garage.

«Die Versicherungssumme muss man nicht jedes Jahr überprüfen», sagt Amos Winteler, Mediensprecher der Basler Versicherung. «Aber wenn man grössere Sachen gekauft hat, wie ein neues Sofa, einen neuen Flachbildfernseher oder ein teures Velo, dann macht es Sinn die Versicherungssumme anzupassen.» Zudem sollte man sie routinemässig etwa alle fünf Jahre überprüfen.