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Influencer machen Schleichwerbung
Aus Espresso vom 20.03.2019.
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Eigentlich unlauter Influencer machen Schleichwerbung

Influencer werden dafür bezahlt, dass sie ein Produkt loben. Trotzdem ist es nicht als Werbung deklariert.

In den letzten Jahren hat die Influencer-Werbung in der Schweiz stark zugenommen. Laut Schätzungen sollen Firmen im Jahr 2017 dafür neun Millionen Franken ausgegeben haben, dieses Jahr sollen es bereits 35 Millionen sein.

Laut Thomas Meier, Mediensprecher der Schweizerischen Lauterkeitskommission, werden diese Lobgesänge auf Produkte durch Influencer aber kaum als Werbung deklariert. Und das ist eigentlich unlauter.

Noch keine Beschwerden eingetroffen

Während in England und Deutschland Influencer-Werbung streng geregelt wird, setzt man in der Schweiz auf die Selbstregulierung. Die Lauterkeitskommission kann daher nicht von sich aus aktiv werden, sie muss warten, bis jemand eine Beschwerde einreicht.

Und das ist trotz grossem Medieninteresse bis heute nicht geschehen. SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren vermutet, dass es einerseits an der fehlenden Bekanntheit der Lauterkeitskommission liegt, aber auch, «weil es für viele Leute einfach zu mühsam ist, eine Beschwerde einzureichen.»

Doch selbst wenn die Lauterkeitskommission bei einem Influencer Unregelmässigkeiten feststellt, kann sie nicht viel mehr tun, als ihn aufzufordern, dies zu unterlassen. Andere Organisationen wie die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) möchten deshalb auch für die Schweiz ein strengeres Vorgehen. Zum Beispiel wünscht die SKS, dass solche Spots deutlich als Werbung gekennzeichnet werden.

Wie erkennt man Schleichwerbung in den sozialen Medien?

Kritisch werden sollte man laut Jürg Tschirren, wenn eine prominente Figur in ihren Videos immer wieder von den selben Produkten oder Dienstleistungen schwärmt. «In solchen Fällen sollte man davon ausgehen, dass sie dafür bezahlt wird.» Und das ist ein lukratives Geschäft. Die ganz grossen Stars sollen für einen einzigen Werbebeitrag bis zu einer halben Million Dollar verdienen. Und auch bei Schweizer Influencern können es durchaus ein paar Tausend Franken sein.

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