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Das steckt wirklich hinter dem Slogan «Klinisch getestet»
Aus Espresso vom 09.12.2019.
abspielen. Laufzeit 04:29 Minuten.
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«Espresso-Aha» Ist «Klinisch getestet» bei Kosmetik mehr als ein Werbespruch?

Viele Kosmetikprodukte werben mit dem Begriff «Klinisch getestet». Dieser sagt aber nichts über die Wirksamkeit aus.

Wie eine Art Gütesiegel prangt der Begriff «Klinisch getestet» auf der Mundspülung Listerine der Firma Johnson & Johnson. «Verträglichkeit dermatologisch bestätigt» wirbt für eine Babypflegecréme von Nivea. Solche Bezeichnungen wirken vertrauenserweckend und könnten die Konsumenten möglicherweise dazu verleiten, das Produkt zu kaufen.

Nun stellt sich allerdings die Frage: Was genau steckt hinter solchen klinischen Tests? Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» fragt beim Schweizerischen Kosmetikverband nach. Ist «Klinisch getestet» mehr als nur eine Werbefloskel? Direktor Bernard Cloëtta sagt: «Die Hersteller sind verpflichtet, nur Produkte auf den Markt zu bringen, die für Menschen verträglich sind. Bei klinischen Tests wird das Produkt von Probanden in einem Labor unter Aufsicht einer medizinischen Fachperson getestet.»

Wissenschaftliche Studien eher selten

Allerdings: Die Kosmetik-Hersteller können selber entscheiden, wie genau ihr Produkt getestet wird und wie viele freiwillige Testpersonen es ausprobieren. «Die Tests müssen nachvollziehbar und relevant sein», sagt Bernard Cloëtta vom Kosmetikverband. Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit – wie sie bei Medikamenten vorgeschrieben sind – werden bei Kosmetika eher selten durchgeführt.

«Espresso Aha!»

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40 oder 5000 Probanden

«Espresso» fragt bei den Kosmetikherstellern Beiersdorf und Johnson & Johnson nach. Wie viele Probanden haben die Nivea-Babycréme oder die Listerine-Mundspülung getestet? Beiersdorf schreibt: «Hautverträglichkeitsstudien werden mit freiwilligen Probanden unter Aufsicht eines Dermatologen durchgeführt. Der Experte bewertet als Fachmann nach der Anwendung den Hautzustand. An den Studien für das konkrete Produkt waren ca. 40 freiwillige Testpersonen beteiligt.»

Die Babycréme wurde also nicht von Babys, sondern von Erwachsenen ausprobiert. Was genau bei dieser Studie untersucht wurde, gibt Beiersdorf nicht bekannt. Ebenfalls keine Details aus klinischen Studien gibt es von Johnson & Johnson: «Die Wirksamkeit von Listerine wurde in über 25 Studien innerhalb von 40 Jahren an insgesamt 5000 Probanden belegt.»

«Klinisch getestet» - dahinter stecken also tatsächlich gewisse Tests. Dennoch bleibt schwammig, was dabei genau untersucht worden ist.

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