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Multimedia Kein Handyempfang mehr: Salt-Kundin bleibt im Vertrag gefangen

Beim Zügeln merkt eine junge Frau, dass ihr Smartphone kein Netz findet, nicht in der neuen Wohnung und nicht auf der Terrasse. Ihr Vertrag mit Salt würde noch ein Jahr dauern. Wenn sie vorzeitig aussteigen will, kostet es 800 Franken.

Legende: Audio Nach «Züglete»: Trotz fehlendem Handyempfang im Vertrag gefangen abspielen.
7:11 min, aus Espresso vom 12.05.2016.

Die junge Frau war ziemlich überrascht, als sie realisierte, dass sie in ihrer neuen Wohnung keinen Empfang hat. Auf der Terrasse fand ihr Handy zwar manchmal Netz, telefonieren war damit aber unmöglich, sie konnte ihre Gesprächspartner nicht hören.

Beim Kundendienst des Mobilfunkanbieters Salt hiess es, man wisse, dass das Mobilfunknetz in ihrer Gegend etwas schwach sei, allerdings sollte sie doch mit der Leistung des 2G-Netzes telefonieren können. 
Sie versuchte es mehrere Male, immer erfolglos.

Sie hätte ja nicht umziehen brauchen

Wieder meldete sich die Zürcherin beim Kundendienst von Salt. Sie erkundigte sich, wie sie den Anbieter wechseln und wie sie vorzeitig aus dem Handy-Abo-Vertrag bei Salt aussteigen könne.

Man teilte ihr mit, dass für sie dabei Kosten in der Höhe von 800 Franken entstünden, weil ihr Vertrag ja noch ein Jahr dauere. Die Kundin wehrte sich mit dem Argument, dass sie ja auch nicht hätte wissen können, dass sie in der neuen Wohnung keinen Empfang habe. Darauf sagte ihr die Kundenberaterin, sie hätte ja auch nicht umziehen müssen.

Dank «Espresso»: Ausstieg aus dem Vertrag doch ohne Folgekosten möglich

Erst als sich das Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 einschaltet, prüft Salt die Situation der Kundin noch einmal genau und teilt mit, dass man die Kundin nun doch ohne Folgekosten aus dem Vertrag entlassen werde.

Salt schreibt: «Es kann vorkommen, dass die geografischen und architektonischen Gegebenheiten in der unmittelbaren Umgebung eines Antennenstandorts die ausgestrahlte Leistung teilweise abschwächen. Dies kann durch Messungen vor Ort festgestellt werden. In einem solchen Fall zeigt sich Salt kulant und kann die Gebühren für vorzeitige Kündigung gegebenenfalls erlassen oder reduzieren.»

Wie halten es die anderen Mobilfunkanbieter?

Beim Anbieter Sunrise stellt sich das Problem so nicht, weil die Kündigungsfrist bei den Handy-Abo-Verträgen generell nur einen Monat beträgt. Bei der Swisscom heisst es auf Anfrage, man müsse den Einzelfall individuell beurteilen, vor allem wenn der Empfang in der Wohnung fehlt.

In den Geschäftsbedingungen heisst es, wenn ein Kunde an sieben Tagen hintereinander keinen Empfang an seiner Wohnadresse in besiedeltem Gebiet hat, darf er ohne Kosten aus dem Vertrag aussteigen.

Gehört ein minimaler Handyempfang zur Gundversorgung?


Im Fernmeldegesetz ist geregelt, dass jede Person in der Schweiz ein Anrecht hat auf Telefon und Internetzugang. Noch ist der Mobilfunk nicht in der Grundversorgung vorgesehen.

Auf Anfrage hiess es aber vom zuständigen Bundesamt für Kommunikation: «Die aktuelle Konzession für die Grundversorgung (derzeit bei der Swisscom) läuft Ende 2017 aus. Im Rahmen der neuen Ausschreibung der Grundversorgung ab 2018 ist es nicht ausgeschlossen, dass der Mobilfunk integriert wird.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Sprenger (e-sprenger)
    a propos salt: Ich habe seit 8. November ein Salt Abo und leider mieserablen Empfang. Leider lässet mich Salt auch nicht aus dem Abo. Sie müssten nur 2G gewärleisten, das hätte ich. Auswärts habe ich gar keinen Empfang. Ich hätte ein altes Natel usw.usw. Viele Ausreden und nette leere Versprechungen.Ich bin in einem nutzlosen Vertrag für 2 Jahre gefangen. Ich fühle mich total verschaukelt
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  • Kommentar von Don Max, Basel
    Ja wenn die Netabdeckungskarten denn zuträfen: Ich bin auch bei Salt: wenn ich in Riehen bin, loggt mich das Telefon immer ins deutsche Netz ein. Kürzlich war ich in Steckborn: mein Telefon wollte mich wieder ins deutsche Netz einloggen, dass Salt-Netz wurde vom Telefon nicht angezeigt! In meiner Wohnung in Basel reicht ein Gang in den Garten und schon bin ich in ein französisches Netz eingeloggt. Alle drei Standorte haben laut der Karte von Salt 3G. Geh ich halt nach dem Vertrag zur Swisscom.
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  • Kommentar von Thomas Müller, Bern
    Sorry aber in dem Fall hat Salt völlig richtig gehandelt. Man kann als Mobilfunkanbieter doch nicht auf jeden Kunden Rücksicht nehmen und ihm aus Kulanz Abo und Kosten erlassen, wenn er in ein Gebiet zieht, in dem er keinen Empfang hat? Dass die Kunden bei vorzeitiger Vertragsauflösung so viel Geld bezahlen müsste, hat mit ihrem bezogenen iPhone zu tun. Salt bietet der Kunden sogar eine Booster Box. Alles richtig. Dieses Mal ist die Berichterstattung von Euch einseitig. Sorry. Salt hat Recht.
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    1. Antwort von N. Neuhaus, St. Gallen
      Ob richtig gehandelt oder nicht. Die Aussage, die gute Frau hätte ja nicht umziehen brauchen, wiederspiegelt so ziemlich genau die Einstellung des Kundendienstes! Firmen können ohne Kunden nicht existieren. Leider vergessen das viele immer wieder. Die Person im Kundendienst hätte, mit mir als Vorgesetzten, direkt einen Fristlosen kassiert!
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    2. Antwort von Oliver Käch, Zürich
      Weil man davon ausgehen kann, dass in bewohntem Gebiet (mehrere Häuser nebeneinander) auch Empfang haben sollte. So wie Wasser & Strom. Offensichtlich gibts dort nur Salz im Gewürzschrank. Die Boosterbox bringt wenig wenn nur ein 2GNetzwerk vorhanden ist, das Signal muss von der Box ja auch in einer Mindeststärke empfangen werden, ist nichts anderes als ein Repeater. Die Indoorbox gibts auch bei Sunrise. Zeigt sich wieder einmal, dass es nur 2 ernstzunehmende Mobilfunknetze in der Schweiz gibt.
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