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Kompost auf dem Balkon
Aus Kassensturz vom 07.09.2021.
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Kompost auf dem Balkon Bokashi und Wurmkomposter im Test: Nicht alle Würmer überlebten

Beide Kompostier-Methoden stellen brauchbaren Kompost her. Ein Wurmkomposter fällt allerdings durch.

Die Gartenbauschule Hünibach hat für «Kassensturz» sechs Kleinkomposter für den Balkon getestet: je drei Bokashi und Wurmkomposter. Bokashi sind bereits ab etwa 70 Franken erhältlich, der teuerste getestete Wurmkomposter kostet 370 Franken.

Der Testsieger «Wormup» und der zweitplatzierte «Biogarten» - beides Wurmkomposter - schneiden im Test mit den Gesamtnoten 5,4 und 5,3 gut ab. Mit der Note 5 erhielten auch alle drei Bokashi eine gute Bewertung. Die Laboranalyse zeigt: In fünf der sechs Kompostiergeräten ist mit der gleichen Ausgangslage unterschiedlicher Kompost entstanden. Trotz kleiner Unterschiede sind alle durchaus brauchbar. Für den Aufbau der Wurmkomposter sind handwerkliches Geschick und Geduld gefragt.

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Carina Degen, Lehrling Gartenbauschule Hünibach: «Komposter sind wie Haustiere, man trägt Verantwortung.»
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Kompost Alarm bei «Plastia Urbalive»

In Testwoche 10 findet ein Drama im Wurmkomposter «Plastia Urbalive» seinen Höhepunkt: Er stinkt und sieht schmierig aus. Die Würmer haben sich aufgelöst, bis auf einen. Der Grund liegt vermutlich im Startmaterial. Kompostexpertin Katrin Morina von der Gartenbauschule Hünibach sieht die Ursache im Aufbau gemäss Gebrauchsanleitung. Dort steht, man solle zu Beginn auf das Wurmbett zusammengeknülltes Papier legen. So aufgebaut hat der Feuchtigkeitshaushalt im Test nie richtig funktioniert, bis hin zur Eskalation, dem Wurmtod.

Was gehört auf den Kompost

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Je besser die Qualität der Abfälle, desto besser die Qualität des Komposts, der daraus entsteht. Sind beispielsweise Pestizide im Gemüse, zeigt sich das auch im Kompost.

Für die Wurmkomposter empfehlen die Hersteller wenig Eierschalen und Zitrusfrüchte (diese immer gut zerkleinern).

Für Bokashi empfehlen die Hersteller alle kompostierbaren Abfälle.

Rettungsversuche waren aufwändig und erfolglos. Deshalb schneidet «Plastia Urbalive» mit der ungenügenden Gesamtnote 3,8 ab. Die Testerinnen haben «Urbalive» danach mit Komposterde statt Zeitungspapier neu angesetzt. Bei dieser Verwendung entwickelte der Wurmkompost keine Probleme. Entscheidend ist also das richtige Ansetzen und dass dies auch in der Gebrauchsanleitung kommuniziert wird.

So wurde getestet

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«Kassensturz» liess in der Gartenbauschule Hünibach drei Wurmkomposter und drei Bokashi testen. Die Testerinnen protokollierten den Arbeitsaufwand und die Schwierigkeiten beim Zusammenbau und der Inbetriebnahme der sechs Produkte.

Von April bis August kamen täglich kleingeschnittene Grünabfälle in die Komposter; jeweils der gleiche Mix auf alle sechs Produkte.

Die 4 Wochen in den luftdicht verschlossenen Eimern fermentierten Inhalte der Bokashi wurden in Woche 9 mit Erde gemischt, wo der weitere Abbau der Küchenabfälle stattfand.

Nach 16 Wochen kamen Proben der sechs Komposte in das auf Dünger und Kompost spezialisierte Labor für Boden- und Umweltanalytik LBU. Analysiert wurde auf Trockensubstanz-, Stickstoff- sowie Phosphorgehalt als Indikatoren für den Nährwert der Komposte.

 Strenger Geruch versus Würmer

Der Geruch beim Öffnen der Bokashi-Eimer ist streng, zusätzlicher Platz- und Arbeitsaufwand ist erforderlich für das Vererden. Im Alltag jedoch ist die Handhabung sehr einfach.

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Katrin Morina, Gartenbauschule Hünibach: «Wer sich vor Würmern ekelt, sollte eher auf einen Bokashi setzen.»
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Die Wurmkomposter riechen bei gutem Verlauf nach Waldboden. Hier ist es wichtig, regelmässig das Wohlbefinden der Würmer zu prüfen. Ist es zu kalt, erfrieren sie. Auch höhere Temperaturen halten sie nicht aus. Ist es im Innern des Wurmkomposters zu feucht, empfiehlt sich, mit Häcksel oder anderem trockenem Material auszugleichen. Ist es zu trocken: mit Wasser besprayen. Um das Anfassen der Würmer kommt man in gewissen Situationen nicht herum. Da ist es von Vorteil, wenn man sich davor nicht ekelt.

 Bokashi-Saft und Wurm-Tee: besseres Giesswasser

Regelmässig liess die Testerin Flüssigkeit ab: Bokashi-Saft oder Wurm-Tee genannt. Beide lassen sich laut Herstellern als Dünger verwenden. Im zertifizierten Labor für Boden- und Umweltanalytik LBU in Steffisburg, das auf Kompost und Dünger spezialisiert ist, liess sie «Kassensturz» analysieren.

In beiden Flüssigkeiten weisen die Messungen nur Spuren von Nährstoffen nach; zu wenig für Dünger, meint Laborleiter Matthias Muster, sagt, man könne die analysierten Flüssigkeiten für Pflanzen verwenden. Es sei jedoch nur ein besseres Giesswasser.

So funktionieren die Kleinkomposter

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Das ist ein Wurmkomposter:
Wurmkomposter sind ungefähr so gross wie ein Nachttisch und bestehen aus mehreren Etagen. Nachdem das Wurmbett mit einer Basis (z.B. Kokosfasern oder Komposterde) eingerichtet und mit Würmern besiedelt ist, werden regelmässig kleingeschnittene, pflanzliche Küchenabfällen hinzugefügt. Die Würmer fressen diese Abfälle und wandeln sie in Kompost um.

So funktioniert Bokashi:
In einem luftdicht verschliessbaren Eimer werden kleingeschnittene Küchenabfälle gesammelt und mit Hilfe von Mikroorganismen fermentiert. Wenn der Eimer voll ist, muss er mehrere Wochen geschlossen weiter reifen. Danach kommen die fermentierten, sauren Küchenabfälle in Erde. Dort dauert es weitere sechs bis acht Wochen, bis sich das Material zersetzt hat und als Komposterde verwendet werden kann.

Wichtig vor dem Bokashi-Kauf: Um während des Abbauprozesses im luftdicht verschlossenen Eimer weiterhin Kompost sammeln zu können, empfiehlt es sich, mit zwei Eimern zu arbeiten. Im Set bietet Skaza zwei Eimer inklusive Terra preta mit Mikroorganismen und zusätzlichem Zubehör für etwa hundert Franken an. Die getesteten Bokashi von Garantia und Floraself umfassen nur einen Eimer samt Mikroorganismen und Zubehör.

Schneller als konventioneller Kompost

«Kassensturz» liess im Test eine kleine Kiste mitlaufen, die nach konventionellen Kompostregeln mit zwei Kammern eingerichtet wurde. Diesen Balkonkompost Marke Eigenbau behandelten die Testerinnen gleich wie die anderen Testprodukte. Der Kressetest, der das Stadium eines Komposts sichtbar macht, zeigte: Alle getesteten Balkonkomposte waren schneller reif als der konventionelle Marke Eigenbau. Er braucht länger für den Abbau der Abfälle.

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Kassensturz, 07.09.21, 21:05 Uhr

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