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Services Krankenkasse: Prämien steigen, doch die meisten können sparen

Nun ist es definitiv: Die Krankenkassenprämien steigen auch im nächsten Jahr, und zwar im Schnitt um 4,5 Prozent. Trotzdem können Versicherte viel Geld sparen. Denn die Unterschiede zwischen den Kassen sind enorm. Die wichtigsten Tipps und Links gibt es hier.

Legende: Video Die hohe Franchise lohnt sich abspielen. Laufzeit 9:00 Minuten.
Aus Kassensturz vom 04.10.2011.

Auch im kommenden Jahr werden die Krankenkassen-Prämien wieder teurer. Nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) steigen sie für Erwachsene durchschnittlich um 4,5 Prozent. Das ist etwa gleich stark wie 2014 und 2015. Die Prämien für Kinder Erwachsene steigen sogar um 6,6 Prozent.

Doch die gute Nachricht: Wer die Kasse wechselt kann sparen – unter Umständen zahlt man sogar weniger als dieses Jahr. Wechseln darf in der Grundversicherung jeder – egal in welchem Alter.

Kündigungsmöglichkeit bis zum 30. November

Wer seine Grundversicherung wechseln möchte, muss diese bis 30. November schriftlich kündigen und sich bei der neuen Krankenkasse anmelden. Wichtig: Der eingeschriebene Kündigungsbrief muss am 30. November bei der Versicherung eintreffen – der Poststempel gilt nicht. Eine Begründung ist nicht nötig.

In der Grundversicherung gilt für die Krankenkassen eine Aufnahmepflicht: Sie dürfen niemanden ablehnen. In der Grundversicherung können alle Versicherten die Kasse wechseln, unabhängig vom Alter und vom Gesundheitszustand. Einzig bei ausstehenden Prämien und Kostenbeteiligungen dürfen die Kassen einen Wechsel verweigern.

Die obligatorische Grundversicherung gewährleistet die medizinische Versorgung. Der Leistungsumfang wird durch das Bundesamt für Gesundheit definiert. Aus diesem Grunde sind die Leistungen bei jeder Krankenkasse gleich.

Versicherungen vergleichen

Die Höhe der Prämie hängt vom Wohnort, Geschlecht und Alter ab. Das macht das Vergleichen von Versicherungen kompliziert. Ein praktisches Mittel dazu bilden die Online-Krankenkassen-Rechner:

Diese privaten Vergleichsdienste verdienen ihr Geld damit, dass Interessierte direkt über einen Link auf die Webseiten der Versicherungen gelangen und dort Offerten oder sogar den Vertrag bestellen. Die Versicherungen zahlen dann eine Provision.

Sparen ohne Kassenwechsel

Geld sparen können die Versicherte nicht nur mit einem Wechsel der Krankenkasse. Es gibt für alle auch weitere Sparmöglichkeiten:

  • Sparen mit Spezialmodell: Wer sich einem HMO-Modell oder dem verbreiteten Hausarztmodell anschliesst, verpflichtet sich immer zuerst den Hausarzt oder die HMO-Praxis zu konsultieren. Einige Kassen bieten auch Telefonberatung an. Diese Versicherten müssen sich immer vor dem Arztbesuch telefonisch beraten lassen. Bei all diesen Modellen verzichtet man also auf die uneingeschränkte freie Arztwahl.
  • Sparen mit Wahlfranchise: Versicherte haben die Wahl ihre Franchise zu erhöhen, das ist jener Teil der Krankheitskosten, die sie zuerst selber übernehmen. Die höchste frei wählbare Franchise ist 2500 Franken. Dafür sind die Prämien wesentlich tiefer. Allerdings ist eine Kasse nicht verpflichtet, bei einer hohen Franchise den Maximalrabatt zu gewähren. Es lohnt sich, verschiedene Offerten zu vergleichen.
  • Sparen ohne Unfalldeckung: Wer mindestens 8 Stunden pro Woche erwerbstätig ist, ist obligatorisch über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert. Darum kann auf die Unfalldeckung über die Krankenkasse verzichtet werden.
  • Prämienverbilligungen: Personen mit tiefen Einkommen haben Anspruch auf Prämienverbilligungen. Ab wann ein Anspruch besteht, ist kantonal geregelt (Adressen siehe Linkbox).

Bei hoher Franchise winken Prämienrabatte

Kassen werben mit hohen Rabatten bei hoher Wahlfranchise. Doch für wen lohnt sich eine hohe Franchise? Generell lohnt es sich, bei weniger als 1700 Franken Arztkosten pro Jahr, die höchste Franchise zu wählen. Das hat das Konsumentenmagazin «Kassensturz» von SRF nachgerechnet. Bei Arztkosten über 1700 Franken pro Jahr, sollten Sie die tiefste Franchise von 300 Franken wählen. Franchisen dazwischen zahlen sich nicht aus.

Wer sich für eine hohe Franchise entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass im Krankheitsfall entsprechende Kosten anfallen, die dann bezahlt werden müssen.

Wer die Krankenkassen vergleicht, sollte nicht nur die Prämien berücksichtigen, sondern auch auf den Kundenservice achten. Es empfiehlt sich darum, vor dem Kassenwechsel im Bekanntenkreis herumzufragen, ob jemand mit einer bestimmten Krankenkasse gute Erfahrungen gemacht hat. Im Internet gibt es auch Zufriedenheits-Umfragen, die Rückschlüsse auf die Servicequalität der Kassen zulassen.

Zusatzversicherung

Viele Versicherte wollen ihre Grund- und die freiwillige Zusatzversicherung bei der gleichen Kasse haben. Zu recht? «Espresso» sagt, was zu beachten ist und gibt Tipps.

63 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Faktum ist: es gibt zu viele "falsche Leute, in falschen Positionen" im gesamten, Menschen ausbeutenden "Gesundheits-Un-Wesen" der Schweiz (teure Zuständige: BAG, Gesundheits-Direktoren, ParlamentarierInnen - lukrative VR-Mandate, Lobbyismus, Vetternwirtschaft!! DAS muss sich ändern, daher benötigt es eine "Gesundheits-Reform"!!
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  • Kommentar von Mori Morthen (morthen)
    Nicht nur die Prozesse welche die Kosten steigen lassen. Auch die Ärzte verschreiben so schnell Medis. Schaut doch euren eigenen Hausarzt an, immer voll ausgebucht und immer weniger Zeit für Patienten. Auch ich rege mich auf. Ich weiss, dass immer wieder auf Vergleichsportale verwiesen wird. Ich muss die Chance haben Kosten zu optmieren. Kollegin (Mitter von zwei Kinder) hat mir wwww.krankenkassenversicherung.ch empfohlen. Besucht, ausprobiert, Beratung bezogen 890 CHF in diesem Jahr gespart.
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  • Kommentar von Werner Zbinden (w_zbinden)
    Wieso soll man die Krankenkasse wechseln? Soll man die zu vielen Angestellten der KK rechtfertigen? Jede Änderung verursacht eine Vielzahl von unnötigen Aktionen. Am Schluss steigen die Prämien auch deswegen. Ich schlage vor, eine Statistik über die Arztbesuche zu erstellen, sortiert nach .., diesmal nicht nach Alter, sondern ... Ich schlage vor, die Generation, welche offensichtlich immer mehr hohe und langfristige Kosten verursacht, nicht mehr mit Prämienverbilligungen zu bevorzugen.
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