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Onlineshopping «Muss ich bezahlen, obwohl ich das Shirt zurückgeschickt habe?»

Eine Hörerin bekommt eine Mahnung eines Online-Shops. Dabei hatte sie das T-Shirt längst zurückgeschickt. Der Shop beharrt auf der Rechnung. Das Paket sei nicht angekommen. «Espresso» sagt, wer in solchen Fällen haftbar ist.

Legende: Audio Rechtsfrage: «Paket kommt nicht an. Wer haftet?» abspielen. Laufzeit 03:46 Minuten.
03:46 min, aus Espresso vom 19.04.2018.

Zu Hause auf dem Bildschirm sah es super aus, das T-Shirt. Doch es passte nicht. Deshalb schickte die «Espresso»-Hörerin aus Zürich das Stück dem Onlineversand zurück.

Wochen später bekommt sie eine Mahnung. Das Versandhaus will das Paket nicht bekommen haben. «Die Quittung der Post habe ich bereits entsorgt», schreibt die Hörerin und möchte vom Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 wissen: «Muss ich das T-Shirt wirklich bezahlen, auch wenn ich genau weiss, dass ich es zurückgeschickt habe?».

Der Absender trägt das Risiko bei Verlust

Rechtlich ist die Sache klar: In einem Streitfall muss laut Gesetz die Absenderin beweisen können, dass sie das Shirt tatsächlich zurückgeschickt hat. Geht es um Postsendungen, gilt eine Quittung als ein solcher Beweis.

Die «Espresso»-Hörerin hat nun aber genau diesen Beweis nicht mehr. Eine Chance, die Rechnung nicht bezahlen zu müssen, hat sie dennoch: Viele Onlineanbieter stellen ihren Kunden Rücksendeetiketten zur Verfügung. Auf diesen Etiketten ist meist ein Code aufgedruckt, der so genannte Barcode. Die Kundin könnte beim Onlineanbieter diesen Barcode erfragen.

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Mit diesem Barcode lässt sich die Sendung online verfolgen oder man kann der Post einen Suchauftrag erteilen. Lässt sich auf diese Weise belegen, dass das Paket aufgegeben wurde, würde dies gegenüber dem Onlineversand als Beweis gelten und die Forderung hinfällig.

Postquittungen elektronisch aufbewahren

Dieser Aufwand bleibt der «Espresso»-Hörerin nun glücklicherweise erspart. In der Zwischenzeit hat ihr Onlineversandhaus die offene Rechnung storniert. Nicht, weil das verschwundene T-Shirt unterdessen angekommen wäre, sondern weil man der Kundin offenbar glaubt. Trotzdem: Bei der nächsten Bestellung wird die «Espresso»-Hörerin die Postquittung in einer Schublade aufbewahren oder fotografieren und elektronisch archivieren.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Karin Amatucci (Karin_1981)
    Die Kundin hat da Glück. Bei mir liegt der Fall aktuell so, dass ich bei einer Bestellung 2 Artikel im selben Paket retourniert habe, das Paket zwar angekommen ist, der Händler aber behauptet, es sei nur ein Artikel im Paket gewesen. Ich musste unter Inkassoandrohung nun etwas bezahlen, was ich ordnungsgemässe retourniert habe....
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  • Kommentar von Josef Graf (Josef Graf)
    Wozu werden Quittungen denn ausgestellt? Zum Zweck des Beweises und nicht zum Zweck des Entsorgens. Wenn man schon etwas Bestelltes zurückschickt, sollte eigentlich klar sein, dass man zur eigenen Sicherheit die Aufgabequittung behält. Sonst ist man eben selber schuld. Ein zusätzlicher Tipp: Dokumente einscannen und elektronisch aufbewahren, z.B. auch die Etiketten mit dem Barcode.
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    1. Antwort von Peter Jucker (Jucker)
      Würde mich noch interessieren was unehrliche Empfänger machen, wenn diese einfach behalten was sie erhalten und sagen dann, ich habe es retourniert. Quittung denke ist nur nötig wenn man die Sache bestätigt hat, diese auch erhalten zu haben. Vermutlich liegt dann die Beweislast beim Absender. Oder nicht?
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