PC-Sticks im Test: Können Sie wirkliche einen Rechner ersetzen?

Gemäss den Herstellern lassen die Zwergrechner keine Wünsche offen. Im aktuellen Test von «Stiftung Warentest» fanden die Computerexperten aber einige Haken. Keines der Geräte erreicht auch nur annähernd die Leistung eines durchschnittlichen Tischrechners.

Ein Mann hält ein Micro-PC in seiner Hand.

Bildlegende: Der Zwerg unter den PCs überzeugte die Tester nicht. Stiftung Warentest

Man nennt sie PC-Sticks, Micro-PCs oder HDMI-Sticks, und die Werbung verspricht, dass sie Fernseher und Monitore in vollwertige PCs verwandeln. Es scheinen wahre Wundergeräte zu sein, sind sie doch gerade einmal rund 10 x 4 cm gross.

Und das ist auch ihr grosser Vorteil: Die Winzlinge lassen sich samt wichtiger Daten bequem transportieren und sind mit Preisen um die 120 Franken erst noch günstig. Alles, was man braucht, um sie zum Leben zu erwecken sind ein Fernseher und ein Monitor mit HDMI-Anschluss, eine Tastatur und eine Maus.

Im aktuellen Test von «Stiftung Warentest» fanden die Computerexperten aber einige Haken. Die sechs geprüften PC-Sticks bewältigten nur Basisaufgaben passabel, keiner lieferte auch nur eine befriedigende Leistung.

Probleme über Probleme

Das Urteil der Testexperten ist deutlich: Für einfache Aufgaben wie Textbearbeitung oder Lesen im Internet reichen die Sticks. Sobald aber etwas mehr abverlangt wird, gibt‘s Probleme: Videos ruckeln, bei grafisch aufwändigen Spielen erhitzt sich das Gerät so stark, dass der Prozessor schon nach wenigen Minuten die Leistung herunterfährt. Ausserdem steht nur wenig Speicherplatz zur Verfügung (19 bis 22 Gigabyte). Wenn man bedenkt, dass ein Film selbst in SD-Qualität mehrere Gigabyte Speicherplatz beansprucht, bleibt da nicht viel Platz.

Und das führt gleich zum nächsten Problem: Die getesteten Geräte verfügen über nur einen oder maximal zwei USB-Anschlüsse. Das wird eng, wenn man Maus, Tastatur und beispielsweise eine externe Festplatte für mehr Speicherkapazität anschliessen muss. Ein zusätzlicher Verteiler wird nötig.

Das höchste der Gefühle: «Ausreichend»

«Stiftung Warentest» kommt daher zum Schluss: «Die Fähigkeiten eines durchschnittlichen Tischrechners erreicht keiner der Sticks auch nur annähernd. So günstig sie auch sind, die Geräte eignen sich nur für wenige Einsatzzwecke.»

Alle getesteten PC-Sticks erreichten dann auch nur das Prädikat «ausreichend». Am ehesten zu empfehlen sind diese Kandidaten:

Intel Compute Stick
Note 3,6 *
Preis: 124 Franken **
Bemerkungen: Beste Note bei Rechenleistung und Vielseitigkeit

Asus QM1-C006
Note 3,9 *
Preis: 110 Franken **

I-Onik Global Stick P101
Note 3,9 *
Preis: 138 Franken **

Lenovo IdeaCentre Stick 300-01IBY
Note 3,9 *
Preis: rund 100 € ***

Video «TV-Geräte im Test: Oft flach im Ton» abspielen

TV-Geräte im Test: Oft flach im Ton

7:48 min, aus Kassensturz vom 20.5.2014

* Deutsches Bewertungssystem (0,5 = Sehr gut, 5,5 = Mangelhaft)
** Gemäss Internetrecherche vom 06.10.2016
Quelle: «Stiftung Warentest» Ausgabe Oktober 2016 (Der detaillierte Test kann
unter test.de kostenpflichtig heruntergeladen werden.)

Rubrik «Testsieger»

In «Testsieger» informiert «Kassensturz» über Tests von anderen Konsumenten-Magazinen und -Sendungen im In- und Ausland. Hier geht es zu allen Tests.

Testkriterien:

  • Rechenleistung (40%)
  • Handhabung (25%)
  • Umwelteigenschaften (15%)
  • Vielseitigkeit (20%)