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Pizza-Fertigteig im Test: Kaum Schimmelspuren gefunden
Aus Kassensturz vom 09.03.2021.
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Labor-Untersuchung Pizza-Fertigteig im Test: Kaum Schimmelspuren gefunden

«Kassensturz» hat zwölf Produkte im Labor untersuchen lassen. Bis auf eine Ausnahme arbeiten die Hersteller sauber.

Die Qualität der Fertig-Pizzateige ist unbedenklich, auch die Günstigen waren im Test einwandfrei. Das zeigt ein Labortest von «Kassensturz» und vom Konsumenten-Magazin «K-Tipp».

Zwölf der meistverkauften Fertig-Pizzateige hat «Kassensturz» auf krankmachende Inhaltsstoffe wie Schimmelpilzgifte, Salmonellen, Listerien und Darmbakterien im Labor testen lassen. Sie können Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall verursachen. Auch Aussehen, Geschmack und Konsistenz unterzogen Experten einer Sensorik-Prüfung. Neun Pizzateige sind bereits ausgewallt, drei in Kugelform. Vier Produkte stammen aus biologischer Landwirtschaft.

Testtabelle

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Testtabelle

Hier geht es zu den detaillierten Testresultaten.

Giftspuren nur in einem Produkt

Nur in einem Produkt fand das Prüflabor Spuren von Schimmelpilzgiften: Im Bio-Produkt von Kern & Sammet wies es 154 Mikrogramm Schimmelpilzgifte pro Kilogramm Teig nach. Da diese Spuren weit unter dem Richtwert für Getreidemehl sind (750 Mikrogramm pro Kilogramm), führte das Resultat im Test zu keinem Abzug.

Das sagen die Hersteller:

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  • Kern & Sammet schreibt zu den Schimmelpilzspuren in ihrem Bio-Pizzateig: «Die Resultate sind in Ordnung. Wir möchten diese nach interner Absprache nicht weiter kommentieren.»
  • Aldi erklärt: «Wir bieten das getestete Produkt Cucina Nobile nicht mehr an, da wir es in der Zwischenzeit durch ein anderes Produkt von demselben Lieferanten ersetzt haben. Der neue Pizzateig à 550 statt 400 Gramm wird nach neuer Rezeptur hergestellt.»

Claudia Schneider, Laborleiterin bei Wessling AG, erklärt «Kassensturz», weshalb sie ausgerechnet bei einem Bioprodukt fündig wurden: «Das ist nicht weiter erstaunlich, da bei der Produktion von Bio-Rohstoffen mehrheitlich auf Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.»

Testgrafik mit Pizzateig-Verpackung
Legende: Der einzige Teig, bei dem das Labor fündig wurde: Das Bio-Produkt von Kern & Sammet enthielt 154 Mikrogramm Schimmelpilzgifte. Das ist allerdings weit unter dem Richtwert. SRF

Nichts auszusetzen hat das Labor an allen anderen Produkten: Sie waren vollkommen frei von krankmachenden Bakterien und Schimmelpilzgiften. In der Sensorik-Prüfung waren die Teige ebenfalls einwandfrei. Die rohen Teige rochen produkttypisch und frisch. Gebacken bildeten sie vereinzelt Blasen.

So wurde getestet:

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  • Mikrobiologische Untersuchung: Je 10 Gramm Pizzateig wurden in einer Lösung homogenisiert und verdünnt. Auf verschiedenen Nährmedien lagerten die Proben bei erhöhten Temperaturen während mehrerer Tage. Danach zeigte sich, ob der Teig Salmonellen, Staphylokokken, Listerien oder Darmbakterien enthält.
  • Chemische Analyse: Das Labor suchte nach 12 häufigen Schimmelpilzgifte. Für die Bestimmung der Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) werden die Teigproben mit Hilfe eines Massenspektrometers analysiert.
  • Sensorik-Prüfung: In einer sensorischen Prüfung bewerten Experten Aussehen, Geruch, Konsistenz und Geschmack in roher und gebackener Form.

Selbst gemachter Teig am billigsten

Am teuersten im Test ist der Bio-Pizzateig von Kern & Sammet: 1.63 Franken pro 100 Gramm. Mit 76 Rappen pro 100 Gramm ist der Naturaplan-Pizzateig das günstigste Bio-Produkt im Test. Am wenigsten bezahlt man für den Betty-Bossi-Teig von Coop: 45 Rappen pro hundert Gramm. Ebenfalls günstig sind die Produkte IP-Suisse-Pizzateig von Denner, Chef Select & You von Lidl und Cucina Nobile von Aldi. Das Produkt von Aldi ist inzwischen nicht mehr erhältlich (siehe Box «Das sagen die Hersteller»).

Pizzateig selbst gemacht: So gehts

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Das Grundrezept für eine grosse, rechteckige Pizza oder zwei runde Pizzas mit 30 cm Durchmesser:

  • 500 Gramm Mehl
  • 1,5 bis 2 Teelöffel Salz
  • 20 g Hefe (1/2 Würfel)
  • 3 bis 3,5 dl Wasser, lauwarm
  • 2 Esslöffel Olivenöl

Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen, in der Mitte eine Vertiefung formen. Hefe in wenig Wasser auflösen, in die Mulde geben. Restliches Wasser und Olivenöl dazugiessen. Die Masse zu einem weichen glatten Teig kneten. Zugedeckt mit einem feuchten Tuch bei Zimmertemperatur aufgehen lassen, bis der Teig etwa doppelt so gross ist. Dann auswallen und nach Belieben belegen.

Quelle: «K-Tipp»

Am günstigsten ist es, den Pizzateig selbst herzustellen. Rund 20 Rappen pro hundert Gramm muss man für die Zutaten Mehl, Hefe, Salz, Wasser und allenfalls Olivenöl rechnen.

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Tipps von Claudia Schneider: So bleibt der Fertigteig im Heimgebrauch gesundheitlich bedenkenlos.
Aus Kassensturz vom 09.03.2021.
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Verunreinigte Rohstoffe

Durch verunreinigte Rohstoffe wie Mehl, unsaubere Herstellung des Teiges oder falsche Lagerung können Gifte aus Schimmelpilzen, sogenannte Mykotoxine, entstehen. Ebenso krankmachende Bakterien wie Salmonellen, Listerien, Staphylokokken oder Darmbakterien. Diese bakteriellen Erreger können durch Erhitzen zwar abgetötet werden. Dennoch besteht die Gefahr einer Verunreinigung anderer Lebensmittel.

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Kassensturz, 09.03.2021, 21:05 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Alfons Bauer  (frustriert)
    Bitte noch hinweisen, welche Teige vegan sind, da ich schon mal für so eine Person backen musste.
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  • Kommentar von Adriano Granello  (adgr)
    Am besten den Bärlauch bei Coop in der hygienischen Plastikverpackung mit 5 Blättern drin für 2.20 Fr. kaufen....
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Selbst gemachte Teige für Pizza, Fladen, Wähe, Teigwaren, Knöpfli, Brot etc sind nicht nur besser, sie sind auch viel schneller gemacht als eingekauft! Auch die Pastamaschine mit den Messingeinsätzen ist ein Segen, da kann man innert Minuten Spaghetti, Makkaroni, Lasagneblätter usf durchlassen, wozu man Lust hat. Ich hole mir jeweils einen 5kg Sack Brotmehl von einer Bio-Rattermühle der Region. Vorteil: keine Zusätze wie Zitronensäure uam, keine Magenübersäuerung od.allergischen Reaktionen mehr.
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    1. Antwort von Adriano Granello  (adgr)
      Einverstanden, viel besser als die seelenlose und mit zig ekligen Fremdstoffen haltbar gemachte Industrieware sind selbst gemachte Teige allemal. Allerdings braucht Selbermachen entgegen Ihren Aussagen weitaus mehr Zeit, vor allem wenn man auch das Abwaschen und Reinigen der Gerätschaften und der Küche berücksichtigt.
    2. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Ich lasse erst alle Elemente im offenen Pastamaker einen Tag abtrocknen, so kann man problemlos das Gröbste an eingetrocknetem Teig von Hand in den Kompost abschaben und dann ab in die Geschirrabwaschmaschine. Für die Einsätze gibts ja spezielle Durchstecherli. Maximal insgesamt 5 Min für die Herstellung, eine kürzere Kochzeit von nur 3-5Min und höchstens 5 Min fürs Putzen der Philips. Wenn Sie keine Mehlschlacht veranstalten, wird die Küche dadurch nicht verunreinigter als sonst beim Kochen!