Plötzlich in die Krankenversicherung für ü50-Jährige gerutscht

Seit 20 Jahren hat eine Versicherte bei der Helsana eine halbprivate Spitalzusatzversicherung. Plötzlich sieht die 44-Jährige im Internet, dass sie über Jahre eine teure Versicherung für über 50-Jährige bezahlt hat. Einen Wechsel will ihr Helsana nicht zugestehen.

Die heute 44-jährige «Espresso»-Hörerin zahlt jeden Monat mehrere hundert Franken an die Krankenkasse Helsana. Neben der Grundversicherung hat sie auch eine halbprivate Spitalzusatzversicherung, die viel Geld kostet. «Schon vor drei Jahren habe ich mich bei der Helsana erkundigt, wie ich Prämien sparen könnte. Damals sagte mir niemand, dass ich als 40-Jährige eine Versicherung für über 50-Jährige bezahle.» Dies bemerkte sie erst vor kurzen, als sie ihre Police mit den Beschreibungen im Internet verglich. Ihre aktuelle Spitalzusatzversicherung «Hospital Plus Bonus» wird dort als Versicherung für über 50-Jährige aufgeführt.

Kein Wechsel mehr möglich

Die 44-Jährige meldete sich daraufhin beim Kundendienst und wollte in die günstigere Zusatzversicherung Hospital Plus wechseln. «Doch zuerst musste ich einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Da ich vor zwei Jahren ein Schleudertraum erlitt, wurde die Aufnahme abgelehnt. Ich bin nun quasi in der teuren Versicherung gefangen.»

Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» fragt bei der Helsana nach. Die Mediensprecherin Dragana Glavic sagt, dass die Kundin 1997 wegen der Einführung des neuen Krankenversicherungsgesetz in ein neues Versicherungsprodukt umgeteilt wurde – ins Produkt Hospital Plus Bonus. «Damals waren die Prämien in dieser Versicherung insbesondere für Frauen günstiger und die Versicherungsleistungen vorteilhafter.»

Prämien veränderten sich

Das habe sich in der Zwischenzeit allerdings geändert, weil sich die Prämien unterschiedlich entwickelt hätten. Heute sei Hospital Plus Bonus für unter 50-Jährige nicht mehr attraktiv. Darum werde es seit 2006 als Produkt für 50-Jährige beworben. Mediensprecherin Glavic betont aber auch, dass die Kundin über die Jahre von einem Schadenfreiheitsrabatt profitiert habe. Dies sei bei anderen – heute günstigeren Produkt – nicht der Fall.

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