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Sonstiges Recht Moneyhouse: Für die Löschung der Daten braucht es noch mehr Daten

Wer wissen will, welche Daten über ihn gespeichert sind, muss ein schriftliches Auskunftsbegehren stellen. Und eine Ausweiskopie dazulegen. «Das ist Unfug», findet das «Kassensturz/Espresso»-Publikum.

Muss ich eine Ausweiskopie verschicken?
Legende: Was passiert mit der Ausweiskopie? Muss ich eine Ausweiskopie verschicken? Colourbox

Auskunftsdatenbanken, Adresskarteien und Inkassobüros sind verpflichtet, Auskunft zu erteilen, welche Daten sie über jemanden gespeichert haben. Falsche Daten müssen zudem korrigiert oder gelöscht werden. So steht es im Datenschutzgesetz (DSG). Dazu dürfen sie einen Identitätsnachweis verlangen. So steht es in der Verordnung zum Datenschutzgesetz.

Grosses Misstrauen

Die Kopie einer Identitätskarte gilt als solcher Nachweis. Doch viele Konsumentinnen und Konsumenten wollen nicht noch mehr Daten über sich Preis geben. «Ich habe Angst, dass noch mehr Unfug mit meinen Daten betrieben wird, wenn ich eine Kopie meiner Identitätskarte beilege», schreibt eine von vielen Betroffenen dem «Kassensturz».

Das Misstrauen ist verständlich. Spätestens, seit der «Kassensturz» über die Firma Moneyhouse und ihr Geschäft mit privaten Daten berichtet hat.

Mögliche Alternativen

Wer seinem Auskunftsgesuch keine Kopie seiner Identitätskarte oder seines Passes beilegen kann, hat nur wenig Alternativen:

  • Ist die Auskunftsdatenbank einverstanden, kann man die Daten an Ort und Stelle einsehen.
  • Ist dieses Vorgehen zu aufwändig, kann man eine Kopie der Identitätskarte einschicken, auf der gewisse Informationen abgeschwärzt sind. Zur Identifikation benötigt die Datenbank lediglich den Namen und das Geburtsdatum. Nicht aber ein Foto, Grösse oder Ausweisnummer.

Die Bedenken vieler Bürgerinnen und Bürger versteht man auch beim Eidgenössichen Datenschutzbeauftragten in Bern. Deshalb hat die Behörde weitere Informationen zu diesem Thema aufgeschaltet (siehe graue Box).

4 Kommentare

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  • Kommentar von c. ott, cham
    ich habe bei meinem letzten wohnungswechsel bei der adressänderung bei der post ausdrücklich und schriftlich verboten, meine daten weiter zu verkaufen. diesen vermerk bringe ich auch bei JEDER adressangabe an. dennoch finde ich jetzt meine daten bei MH. eine absolute frechheit. ich will ein gesetz, das jeden handel mit persönlichen daten nur auf SCHRIFTLICHE ZUSAGE, hinterlegt bei der gemeinde, zulässt. auch müssen dauer und weg eines handels nachvollziehbar sein.
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  • Kommentar von L. E., T.
    Nach einigem hin und her hat Moneyhouse heute meine Daten gelöscht. Jedoch erst nach einsenden einer Kopie der Identitätskarte. Dazu reichte bereits eine Kopie der Vorderseite, auf welcher alle persönlichen Angaben ausser dem Vornamen und Nachnamen abgedeckt waren.
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  • Kommentar von M. Murger, Hettenschwil
    Der Unfug ist meiner Meinung nach nicht nur die schriftliche Anfrage, oder Ausweis, sondern ganz klar, dass ÜBERHAUPT Daten, bei welchen man nicht explizit erlaubt hat, sie zu veröffentlichen, im Netz kursieren. Auch dass z.B. die Post Daten verkaufen darf, ist eine Zumutung. Auch da habe ich nie die Erlaubnis dazu gegeben. Am Schluss ist man noch der Bölimann und muss mit Zeit, Kosten, Ärger dafür schauen, dass dieses Ärgerniss wieder vom Netz verschwindet, wenn es denn verschwindet.
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    1. Antwort von Elgine Luteren, Megglen
      Chill… der Winter kommt auch wieder, auch wenns jetzt erst mal blüht. Wenn man sich darüber aufregt, sollte man erst einmal ohne elektronische Geräte leben, dann passiert einem so was nicht… alternativen gibt es immer, man muss sie nur finden. By the way… ich finds nett, dass so Sachen veröffenticht werden, das nenn ich soziales engagement.
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