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Sonstiges Recht Muss mir der Garagist das Leasingauto zum Restwert verkaufen?

Böses Erwachen für einen «Espresso»-Hörer: Vier Jahre lang bezahlt er hohe Leasingraten, um später den Wagen zum Restwert kaufen zu können. Doch jetzt verlangt der Garagist plötzlich mehr – sonst will er das Auto zurück. Damit nützt der Garagist das Unwissen seines Kunden aus. Und das völlig legal.

Legende: Audio Muss mir der Garagist das Leasingauto zum Restwert verkaufen? abspielen. Laufzeit 3:30 Minuten.
3:30 min, aus Espresso vom 02.10.2014.

Eine böse Überraschung erlebte ein «Espresso»-Hörer aus dem Zürcher Tösstal mit seinem geleasten Wagen: «Damit ich den Wagen am Schluss günstig kaufen kann, zahlte ich vier Jahre lang jeden Monat Leasingraten im Betrag von 1500 Franken.»

Zahlen oder Wagen zurück!

In wenigen Wochen wird der Vertrag ablaufen. Karl W. rechnete damit, den Wagen zum vertraglich vereinbarten Restwert von 4700 Franken kaufen zu können. Doch jetzt flattert ihm eine Kaufofferte der Garage über 5500 Franken ins Haus. «Ich sehe nicht ein, warum ich jetzt plötzlich fast 800 Franken mehr zahlen soll», ärgert er sich.

Karl W. möchte anonym bleiben. Ein Bekannter habe mit der gleichen Garage ähnliche Erfahrungen gemacht, schreibt er. Der Bekannte habe zähneknirschend bezahlt. «Bleibt mir wirklich auch keine andere Wahl?», möchte Karl W. von «Espresso» wissen.

Leasing ist kein Kaufen auf Raten

Was sich viele Konsumentinnen und Konsumenten wie Karl W. nicht bewusst sind: Leasing ist eine Gebrauchsmiete und nicht etwa ein Abzahlungsvertrag. Eigentümer des geleasten Wagens ist immer die Leasinggesellschaft, faktisch meist die Garage. Die Konsequenz: Läuft der Leasingvertrag aus, muss der Halter seinen Wagen der Garage zurückgeben. Er hat – entgegen einer weit verbreiteten Meinung – keinen Anspruch darauf, den Wagen zum Restwert zu kaufen.

Der so genannte Restwert ist eine kalkulatorische Grösse, die zur Berechnung der Leasingraten nötig ist. Je tiefer der kalkulatorische Restwert, je höher die Raten. Wie im Beispiel von Karl W. bezahlen Leasingnehmer hohe Raten, um den Wagen später zu einem tiefen Wert übernehmen zu können. Andere zahlen eine erste grosse Rate, meist ein paar Tausend Franken. So fallen die die Leasingraten tiefer aus. Das spielt vor allem bei Konsumenten mit knappem Budget eine Rolle. Laut Gesetz muss die Leasingbank prüfen, ob sich der Konsument die Leasingraten überhaupt leisten kann.

Den geprellten Kunden bleibt nur der Riesenfrust

Vor diesem Hintergrund hat Karl W. keine Wahl: Entweder er bezahlt die überrissene Rechnung oder der Garagist kann den Wagen zurückverlangen. Für Karl W. ein Riesenfrust: «Wer weiss das schon, dass man jahrelang zahlt und dann im schlimmsten Fall ohne Auto dasteht?»

Die Rechnung hat Karl W. jetzt bezahlt. Ob er jemals wieder ein Auto leasen wird? Da ist er sich nicht sicher.

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Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner beantwortete im Chat Ihre Fragen zum Thema Leasing. Hier gehts zum Protokoll.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Adrian Urech, Zürich
    Mit der Erklärung von "Leasing" gehe mit Ihnen nicht einig: Leasing wird allgemein als Mietkauf-Vertrag beschrieben. In Wikipedia, worum es hier geht, steht unter "Teilamortisation", Zitat: Um die Klassifizierung als Mietkaufgeschäft zu vermeiden, darf ein Eigentumsübergang an den Leasingnehmer bei Vertragsabschluss nicht feststehen.
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  • Kommentar von Bruno Hochuli, Reinach BL
    Alte Weisheit, "kaufe nur, wenn du es bar bezahlen kannst" Das gilt hauptsächlich für Luxusgüter wie Autos, Motorräder. Es gibt immer Situationen wo man etwas in Raten abzahlen muss. Abzahlungs- und Leasinggeschäfte sind nur gut für die Verkäufer.
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  • Kommentar von R.W., Schweiz
    Wenn man das Auto am ende der Leasingzeit übernehmen will, dann gibt es die Möglichkeit mit der Leasinggesellschaft einen Vertrag abzuschliessen, wo klar definiert wird, dass das Fahrzeug zum Restwert übernommen wird. Es wäre jedoch in einem solchen Fall besser, dass Fahrzeug über einen Konsumkredit zu Kaufen, da sind auch keine Verpflichtungen gegenüber der Garage, respektive der Leasinggesellschaft vorhanden. Ich hoffe, dass Karl W. für die Firma Werbung macht!!!!
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    1. Antwort von S.C., Biel/bienne
      Ich sehe das auch so. Leasing ist empfehlenswert für Firmen wenn diese z.B. 10-30 Dienstwagen benötigen dann ist es sinnvoll. Da sie eben das Geld brauchen für ihr Geschäft. Aber 1500.- pro Monat bezahlen(könnte eine Haus miete sein) und jammern wegen 800.- naja.
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    2. Antwort von uali, 4657 Dulliken
      es sollte doch nun bald jedermann klar sein, dass ein Auto zu leasen für Private, ein äusserst schlechtes Geschäft ist. Wenn je Monat Fr. 1500 als Leasingrate bezahlt werden muss, würde ich meinen, es wäre eine bessere Lösung gewesen, eine gute Occassion von Fr. 18'000, statt vier Jahre lang, solche Unsummen fürs Leasing einzuzahlen, macht ja für vier Jahre eine Summe von Fr. 72'000.--, wie kann man auch nur so viel Geld zum Fenster hinauswerfen. Da lacht nur der Garagist und die Bank!
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    3. Antwort von F. Muster, Zürich
      @uali, 4657 Dulliken / S.C., Biel/bienne: Das ist wieder typisches schweizerisches Bünzli-Verhalten. Karl W. hat einen Fehler gemacht und dafür muss er "bluten". Aber er zahlt selber die Zeche für seinen Fehler. Da braucht er nicht noch diese Gescheit-Redereien von Leuten wie Ihnen, die scheinbar alles besser wissen.
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    4. Antwort von uali, dulliken
      zum Kommentar von F. Muster, Zürich. Dies hat nichts mit "Bünzli" zu tun, sondern ein wenig mit Naivität, da werden für Fr. 72'000 Raten bezahlt und dann beim Restwert von Fr. 800- - wie auch S.C.Biel schreibt - ein "Büro" aufzutun. Da stimmt für mich einiges nicht mehr!
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    5. Antwort von S.C., Biel/Bienne
      @F. Muster, Zürich Wenn Karl W. ein Fehler gemacht hat dann muss er nicht diese Rechtsfrage aufschalten. In einem Leasingvertrag muss man gewisse dinge erfüllen. Sollte sich übrigens jede/r erkundigen bevor er/sie Unterschreibt. Ein Auto für 72'000.- Leasen. Und am Schluss jammern wegen Fr. 800.- fast die hälfte der Fr.1'500.- einfach bezahlen und fertig. Es gibt genügend gute Autos im Internet wo man kaufen kann. Ein Auto für Fr 8-10'000.- ist genau so gut. da hat man nicht viel verloren.
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