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Sonstiges Recht Reisebüro verrechnet Kunden den eigenen Fehler

Wie hatte sich «Espresso»-Hörerin Sabrina Kusch auf ihre Kanada-Reise gefreut. Jetzt ist ihre Freude getrübt. Kurz nach der Buchung verlangt das Reisebüro einen satten Aufpreis. Grund: Ein Tippfehler in der Offerte. Müssen sich Kunden mit einer solchen Begründung abspeisen lassen?

Legende: Audio Darf Reisebüro eigenen Fehler dem Kunden verrechnen? abspielen. Laufzeit 3:25 Minuten.
3:25 min, aus Espresso vom 10.07.2014.

Das kann einem die Lust auf Ferien ganz schön vermiesen: Wenn das Reisebüro plötzlich mehr Geld verlangt. Passiert ist das «Espresso»-Hörerin Sabrina Kusch aus Birmenstorf (AG).

Reisebüro verrechnet dem Kunden den eigenen Fehler

Sie hat für ihre Kanada-Reise eine Onlineofferte eingeholt. Doch wenige Tage nach der Buchung meldet sich das Reisebüro: Man habe sich in der Offerte vertippt. Die Reise koste 1000 Franken mehr. «Können wir auf dem ursprünglichen Preis beharren?», möchte Sabrina Kusch von «Espresso» wissen.

Offerten nachrechnen kann sich lohnen

Ist nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart, so sind Offerten verbindlich. Hat sich aber ein Tipp- oder ein Rechnungsfehler eingeschlichen, der für den Kunden erkennbar ist oder wäre, so gilt der korrekt berechnete Preis. Laut Gesetz sind Rechnungsfehler in Offerten zu korrigieren. Der Kunde hat also auch kein Rücktrittsrecht. Im Beispiel von Sabrina Kusch ist die Frage massgebend, ob sie den Fehler von blossem Auge oder durch Nachrechnen hätte erkennen können.

Ein Trösterli für die enttäuschte Kundin

Anders, wenn sich das Reisebüro verkalkuliert hat. Wenn es zum Beispiel falsche Tarifpositionen oder Wechselkurse verwendet, Grundlagen, die für den Kunden nicht einsehbar und deshalb nicht nachkontrollierbar sind. In diesem Fall ist die Offerte verbindlich und der Kunde muss nichts nachzahlen.

Einen kleinen Trost für «Espresso»-Hörerin Sabrina Kusch gibt es dennoch: Das Reisebüro will der enttäuschten Kundin mit 150 Franken entgegen kommen.

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Die Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner beantwortet jeden Donnerstag in «Espresso» eine Rechtsfrage. Hier geht es zu den bisherigen Antworten.
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1 Kommentar

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  • Kommentar von Sue Beand, 3004 Bern
    Ich wohne in einem 6-Wohnungs-3Zimmerhaus wo alle 6 Wohnungen gleich gross sind. Hoppla, da bekam ich anfangs dieser Woche eine NK-RG welche über 1000.- beläuft "schock" dass komische - für TV-Kabelanschluss soll ich über 300.- bezahlen, obschon ich Swisscom TV+Wlan seit November 2013 habe - dann soll ich über 250.- mehr NK bezahlen, als das Ehepaar im Hochparter. Stimmt doch sicher was nicht ?!?
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