Versteckte Preiserhöhung Salt-Shop: Rechnung zahlen kostet neu fünf Franken

Es war eine Möglichkeit, Salt-Rechnungen ohne Gebühren zu zahlen: Direkt im Salt-Shop. Gerade ältere Kunden schätzten dies, weil sie meist kein Online-Banking haben. Seit kurzem zahlen sie fünf Franken pro Rechnung. Ein weiterer Betrieb, der seine Kunden ins Internet zwingt.

Anfangs hat das Rentnerehepaar aus Biel seine Handyrechnungen immer bei der Post einbezahlt, mit dem gelben Büchlein. Sie mussten allerdings eine Gebühr in Kauf nehmen. Dann wurden sie von ihrem Telekomanbieter Salt darauf aufmerksam gemacht, dass sie ihre Rechnungen ohne Gebühren direkt im Shop zahlen könnten.

Gut zwei Jahre lang hatten sie also den Weg in den Shop unter die Füsse genommen, reihten sich in die Schlange ein und bezahlten dafür ihre Rechnung – ohne Zusatzgebühren. Bis im Februar 2017. Die Rentnerin erzählte vom letzten Besuch im Salt-Shop: «Der Verkäufer informierte uns, dass wir nun eine Gebühr von fünf Franken zu bezahlen hätten. Pro Rechnung.»

«Das ist einfach ungerecht»

Die Dame ist enttäuscht von Salt. Das sei doch Diskriminierung: «Diejenigen, welche E-Banking haben und verstehen, bezahlen nichts. Und die anderen müssen fünf Franken bezahlen. Ich finde das einfach nicht gerecht!» Zumal sie noch nicht einmal im Vorfeld über diese Änderung informiert worden seien.

Monatlich hätten sie und ihr Mann für die beiden Handy-Abos eine Summe von 18 Franken 90 zu zahlen, eine verhältnismässig kleine Summe. Umso absurder erscheint die «Strafgebühr» von zehn Franken für die beiden Rechnungen.

Salt: «Fünf Franken gerechtfertigt»

Das SRF 1-Konsumentenmagazin «Espresso» will von Salt wissen, weshalb man diese Praxisänderung so plötzlich eingeführt habe. Der Konzern nimmt schriftlich Stellung. In den Shops sei die Kundschaft durch das Verkaufspersonal «selektiv vorinformiert» worden und auch auf der Webseite sei die Änderung bekannt gegeben worden.

Und auch wenn Salt bisher keine Gebühren verlangt hätte für das Bezahlen von Rechnungen im Shop, so sei man vor kurzem zum Schluss gekommen: «Die Aufwendungen für manuelle Zahlungen in unseren Shops sind beträchtlich und die fünf Franken daher gerechtfertigt.»

Und Salt macht auch keinen Hehl daraus, dass die Zukunft auch für Salt-Kundinnen und -Kunden digital sein soll: «Um mit der laufenden Digitalisierung unseres Geschäfts und unserer Industrie Schritt zu halten, hat Salt entschieden, digitale und automatische Zahlungsmethoden konsequent zu fördern….sie erzeugen keine Zusatzkosten und entlasten unsere Verkaufsflächen – zum Vorteil unserer Gesamtkundschaft.»

Auch Sunrise heuscht den Fünfliber

Salt macht übrigens, was der Konkurrent Sunrise schon länger tut. Auch Sunrise verlangt fünf Franken für die Bezahlung im Shop. Bei Swisscom ist es gar nicht möglich, im Laden eine Rechnung zu bezahlen.

«Espresso» empfiehlt allen, welche ohne elektronisches Banksystem bezahlen wollen, die Rechnungen per Lastschriftverfahren zu erledigen. Ohne Gebühren.

Sendung zu diesem Artikel