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Wolfgang Wettstein Warum Mönche bessere Manager sind

Das erfolgreichste Wirtschaftsunternehmen in der Schweiz ist das Kloster Einsiedeln.

Wolfgang Wettstein
Legende: Wolfgang Wettstein SRF

Die Benediktiner-Abtei wurde 934 gegründet und besteht noch heute: ein florierender Betrieb mit Klosterkellerei, mehreren Gaststätten, Sägerei und einem Pferdegestüt. Das Kloster beschäftigt 70 Mönche und 180 Angestellte.

Im Schnitt existieren Klöster fast fünfhundert Jahre, so lange wie kein anderes Unternehmen. Sie gehen nur selten Konkurs. Warum sind Klöster erfolgreich? Das untersuchten Wirtschaftswissenschaftler der Universität Zürich und werteten dazu die Daten von 134 Benediktiner-Abteien aus. Ihr Fazit: Mönche arbeiten besser als viele Manager.

Sie empfehlen den Firmen, sich die Benediktiner-Regeln zum Vorbild zu nehmen:

  • Klöster schielen nicht auf den schnellen Gewinn. Der CEO des Klosters, der Abt, hat die nachhaltige Entwicklung der ganzen Abtei im Auge. Bonuszahlungen und Lohnexzesse gibt es nicht. Er kümmert sich um das Wohlergehen aller Mitarbeiter.
  • In den Klöstern finden regelmässig externe Kontrollen statt: sogenannte Visitationen. Der Abt eines anderen Klosters führt mit allen Mönchen Gespräche. Er schaut sich die Arbeit an, beanstandet Mängel und gibt Ratschläge. Das verbessert die Qualität.
  • Die Mitbestimmung der Benediktiner-Mönche ist trotz klarer Hierarchie gross: Bevor der Abt wichtige Entscheidungen trifft, beruft er das Kapitel ein. Er muss seinen Mitarbeitern genau erklären, was er vorhat. Und sich ihre Bedenken und Anregungen anhören. Das verhindert Fehlentscheide.

Ora et labora ist die wichtigste Regel der Benediktiner. Die Mönche arbeiten also nicht nur, sie beten auch. Wer weiss, vielleicht steigert auch das den wirtschaftlichen Erfolg. Doch das haben die Wissenschaftler nicht untersucht.