Abofallen im Internet und auf dem Handy: So wehren Sie sich

Sie bestellen via Computer einen scheinbar kostenlosen Internetdienst und geben Ihre Daten an. Oder: Sie bekommen ein SMS auf Ihr Handy und klicken den Link im Inhalt an. Und plötzlich kommt eine Rechnung ins Haus geflattert. Hier erfahren Sie, was Sie dagegen tun können.

Cursor auf einem roten Botton mit weissem Kreuz.

Bildlegende: Ein falscher Klick kann teuer zu stehen kommen. Colourbox

Viele landen beim Surfen im Internet auf Webseiten, die ihnen «gratis» so einiges versprechen. Meist handelt es sich um völlig nutzlose Dienste wie Spasshoroskope, Berechnungen der Lebenserwartung, Intelligenztests und so weiter. Oder Sie haben angeblich gewonnen. Wenn Sie dann Ihre Kontaktdaten eingeben, haben Sie schon bald eine Rechnung im Briefkasten. Denn diese Dienste sind alles andere als kostenlos.

Auch per Handy kann es passieren, wie mehrere Berichte von «Kassensturz» und «Espresso» zeigen: Plötzlich ist da eine Abo-Rechnung, die angeblich via Handy ausgelöst wurde. Damit Ihnen das nicht passiert, beachten Sie folgendes:

Tipps

  • Allgemein gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Im Internet ist Vorsicht geboten, wenn ein vermeintliches Gratis-Angebot nur genutzt werden kann, indem man sich anmeldet oder persönliche Daten bekannt gibt. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen genau zu studieren und gezielt nach allfälligen Kosten zu suchen.
  • Auf keinen Fall einen Button anklicken, auf dem «Kaufen», «Bestätigen», «Loslegen» oder ähnliches steht. Am besten stellt man das Gerät ab.
  • Fechten Sie die Rechnung – am besten per Einschreiben – sofort an. Teilen Sie dem Absender mit, dass es sich um einen Irrtum handelt. Einen Musterbrief finden Sie in der Service-Box. Auf weitere Korrespondenz brauchen Sie nicht zu reagieren.
  • Falls Sie eine Betreibung erhalten: Reichen Sie innert zehn Tagen Rechtsvorschlag ein. Der Ball liegt dann beim Rechnungssteller, und er müsste die Rechtsöffnung beantragen. Da dies mit Kosten verbunden ist und es schwierig für ihn wird, die Rechtmässigkeit für die Forderung zu beweisen, wird er das wohl unterlassen.

Speziell bei SMS-Abofallen

Erhalten Sie ein SMS von einer fremden Nummer, lesen Sie dieses aufmerksam durch und prüfen Sie, ob Sie dieses Abo wünschen und welche Kosten anfallen.Falls das Abo unerwünscht ist: Ein SMS mit dem Text «STOP ALL» an die entsprechende Absenderadresse schicken. Damit wird das Abo gestoppt.Wichtig: Informieren Sie auch den Fernmelde-Anbieter und bitten Sie auch ihn, diese Dienstleistung zu stoppen.

Links zu den Fernmelde-Anbietern:

Swisscom
Sunrise
Salt

  • Wenn das unerwünschte Abo auf der nächsten Handy-Rechnung auftaucht, bezahlen Sie den bestrittenen Teil der Rechnung nicht.
  • Reklamieren Sie sofort beim Mehrwertdienst-Anbieter und begründen Sie, warum Sie nicht einverstanden sind (siehe Musterbrief dazu in der Service-Box). Die Adresse finden Sie im Internet oder bei Ihrem Fernmeldedienst-Anbieter.
  • Kontaktieren Sie auch den Fernmeldedienst-Anbieter und versuchen Sie, gemeinsam eine Lösung zu finden.
  • Kommt es zu keiner Einigung, wenden Sie sich an die Schlichtungsstelle Ombudscom. Diese vermittelt dann zwischen den Parteien.