Blumen senden Signale - die unverblümten Ratschläge

Blumen zum Muttertag sind fast so selbstverständlich wie Zähneputzen. Aber Achtung: Jede Blume und jede Farbe kann gewisse Empfindungen auslösen. Wer unbedacht schenkt, löst unter Umständen keine Freude aus. «Kassensturz/Espresso» gibt Tipps, damit Sie beim Schenken nicht ins Fettnäpfchen treten.

Ein Mann schenkt einer Frau einen Blumenstrauss und küsst sie auf die Wange

Bildlegende: Die richtigen Blumen bereiten immer Freude. Colourbox

Jede Blume sagt etwas aus. So sollte man seiner Frau wohl eher keine Disteln schenken. Wer dem Chef Gänseblümchen mitbringt, könnte ebenfalls ein völlig falsches Empfinden auslösen. Hier ein paar Beispiele:

Die Bedeutung der Blumen:

Weitere Blumen und ihre Bedeutungen finden Sie hier.

Die richtige Farbe:

  • Rot: Das feurige Rot ist die Farbe der Liebe. Je dunkler das rot, desto größer Zuneigung und Leidenschaft. Gleichzeitig steht Rot auch für Entschlossenheit und Tatkraft.
  • Rosa: Sanfte Gefühle, die sich im Laufe der Zeit weiter entwickeln können. Versprüht Romantik, ohne dabei aufdringlich zu wirken.
  • Gelb: Leuchtendes Gelb steht für Lebensfreude und Sorglosigkeit, Energie und Wärme. Diese Farbe ist deshalb gut geeignet für einen Krankenbesuch. Helle Gelbtöne stehen für Weisheit. Vorsicht: Gelb wird von vielen auch als die Farbe der Eifersucht wahrgenommen. Und: in einer Beziehung kann sie nachlassende Gefühle bedeuten.
  • Weiss: Weiße Blüten bedeuten Ehrlichkeit und Unschuld. Sie zeigen Eleganz und lassen sich sehr gut mit anderen Farben kombinieren. Besonders ältere Personen bringen weiße Blumen aber oft auch mit dem Tod in Verbindung, denn lange Zeit galten gerade weiße Blumen als typische Friedhofsblumen.
  • Blau: Geheimnisvolle Romantik. Blaue Blumen versprechen dabei Treue und Beständigkeit. Als Farbe des Wassers steht blau ebenso für Tiefe und Erholung. Helle Blautöne bringen Frische und signalisieren Freiheit.
  • Violett: Signalisiert Individualität und Würde. Ein solcher Strauss transportiert unaufdringliche Herzlichkeit. Die Farbe Violett zeigt manchmal auch mystische oder spirituelle Beziehungen an.
  • Orange: Diese Farbe steht für Wärme und Ausdauer, im übertragenen Sinne auch für Optimismus und Lebenslust. Zweifelnden schenken Blumen in Orange Optimismus.
  • Grün: Viel frisches Grün gibt einem Blumenstrauss vor allem Natürlichkeit. Im Volksmund steht Grün für die Hoffnung, aber auch für Lebendigkeit und Neuanfang. Saftig grüne Blätter strahlen Kraft aus.
  • Braun: Erdtöne verleihen einem Strauss mehr Natürlichkeit. Im Allgemeinen symbolisiert Braun Sicherheit und Bodenständigkeit.

Die richtige Grösse:

  • Die Faustregel: Die Grösse sollte angemessen sein. Ein kleines Mitbringsel oder ein Ich-denk-an-dich-Strauss sollte nicht gerade 80 Franken kosten. Ein kleines Biedermeiersträusschen zum 50jährigen Geschäftsjubiläum hingegen ist mickrig und nicht angebracht. Allgemein gilt: Je seltener ein Anlass ist, desto aufwändiger kann das Gebinde sein, ohne übertrieben zu wirken.
  • Die Ungerade-Anzahl-Regel: Die alte Regel, dass ein Gebinde immer eine ungerade Zahl an Blumen haben sollte, ist überholt. Sie entstand lediglich, weil man eine ungerade Zahl besser arrangieren konnte. Die heutige kreative Floristik kennt aber neue, attraktive Möglichkeiten. Deshalb kann man diese Regel getrost vergessen.
  • Die Zahl 13: Verschenken Sie an Fremde vorsichtshalber keine Sträuße mit 13 Blüten. Es gibt mehr Menschen, als man denkt, bei denen diese Zahl ein ängstliches Schaudern auslöst.
  • Der Geschmack: Stellen Sie Ihren Geschmack hinten an. Schließlich soll der Strauß ja nicht Ihnen, sondern der Empfängerin oder dem Empfänger Freude bereiten.
  • Das kommt an: Versuchen Sie, die Lieblingsblumen oder die Lieblingsfarbe der zu beschenkenden Person herauszufinden. Im Privatleben ist die Verwandtschaft oder der Freundeskreis eine gute Informationsquelle. Auch im geschäftlichen Bereich lässt sich das in den meisten Fällen leicht in Erfahrung bringen. Oft reicht bereits ein Anruf im Sekretariat.

Und hier noch ein paar Tipps:

  • Kennen Sie die Person nicht so gut, dann mindern Sie die Aussagekraft der Blumen, indem Sie einfach einen Strauss aus mehreren Blumensorten und –farben zusammenstellen.
  • Halten Sie sich an die vorherrschenden Empfindungen über Blumen. Wenn Sie aber wissen, dass eine Person zum Beispiel ein Kakteen-Fan ist, dann können Sie dieser natürlich einen Kaktus ohne Fettnäpfchengefahr schenken.
  • Beachten Sie den Vertrautheitsgrad zur beschenkten Person. Im Berufsleben sollte man zum Beispiel keine roten Blumen schenken, denn das könnte zu Missverständnissen führen.
  • Farblich dezente Zusammenstellungen sind empfehlenswerter als sehr bunte Sträusse oder solche in zwar einer, aber sehr kräftigen Farbe (rein weiße und rote Sträuße).
  • Topfpflanzen, Trockengestecke, Ikebana-Kreationen etc. eignen sich unter Fremden nicht. Sie sollten nur geschenkt werden, wenn jemand bekannterweise Fan einer solchen Kreation ist.
  • Die Ausnahme: Bei Geschäftseröffnungen und Firmenjubiläen werden häufig Pflanzschalen verschenkt. Achten Sie bei solchen Zusammenstellungen einfach darauf, dass sie nicht an Friedhofsgebinde erinnern. 

Quellen: Der Blumen-Knigge (stil.de) / Blumenversand-Deutschland